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Der Mülleimer meldet sich, wenn er voll ist

Sensoren messen derzeit die Füllstände in ausgewählten Abfallkübeln der Stadt Bern. Endet der Pilotbetrieb erfolgreich, spart die Stadtreinigung künftig Benzin, Abfallsäcke und viel Zeit.

So sieht der Sensor aus, der die Füllstände der Abfalleimer misst.
So sieht der Sensor aus, der die Füllstände der Abfalleimer misst.
Nicole Philipp

Auf den ersten Blick sehen die rechteckigen Geräte aus Metall wie Kameras aus. Montiert sind sie an der Innenseite von diversen Abfalleimern in der unteren Altstadt. Werden Bernerinnen und Berner etwa bei der Abfallentsorgung überwacht? Dieser Verdacht könnte durchaus aufkommen.

Das neuste Pilotprojekt des städtischen Tiefbauamtes hat jedoch nichts mit Bespitzelungzu tun. Bei den Geräten handelt es sich um Sonden, welche mittels Ultraschallwellen die Füllstände der Abfalleimer messen, wie Matthias Lemke, Projektleiter Strassenreinigung, erklärt. Seit Ende November sind 26 Abfalleimer zwischen Zytglogge und Nydeggbrücke mit solchen Messsonden ausgestattet. Die Testphase läuft bis im nächsten Sommer.

Sechsmal täglich leeren

Rund 1300 Abfallkübel müssen die Mitarbeitenden der Strassenreinigung täglich leeren, im Schnitt jeden einzelnen vier- bis sechsmal am Tag. Da läppert sich einiges an gefahrenen Kilometern zusammen, wie Lemke festhält. Ein Teil könnte vermieden werden. Dann etwa, wenn die Reinigungskräfte an die Stadtränder fahren und auf nur spärlich gefüllte Kübel treffen.

Hier soll die neue Messmethode Abhilfe schaffen. Mit dem übermittelten Signal lässt sich auf einem Computer feststellen, ob ein Abfallkübel geleert werden muss – oder eben nicht. Dank dieser Informationen können die sogenannten Kübeltouren optimiert werden. «Es werden weniger Kilometer gefahren, weniger Abfallsäcke verbraucht und weniger Arbeitszeit dafür aufgewendet», sagt Lemke.

Sollte die Testphase positive Ergebnisse liefern, würde die Stadt ausgewählte Abfallbehälter dauerhaft mit den Sensoren ausrüsten. Infrage kämen jedoch nicht jene in der Innenstadt, «die muss man sowieso mehrmals täglich leeren», meint Lemke. Er denkt vielmehr an etwas entlegene Kübel wie etwa in Riedbach oder beim Glasbrunnen, die weniger schnell voll sind.

Für die Abfalleimer im Zentrum ist eine zusätzliche Anzeige direkt vor Ort vorgesehen. Ist der sogenannte Flip-Dot – ein kleiner schwarzer Knopf am Kübel – schwarz, braucht es keine Leerung, rot bedeutet: Der Eimer ist voll. Sieht ein Mitarbeiter der Strassenreinigung vom Auto aus, dass die Anzeige nicht auf Rot gestellt ist, kann er ohne Zeitverlust weiterfahren. Solche Flip-Dots werden derzeit ebenfalls an den 26 Abfalleimern getestet.

Zürich als Vorbild

Als Vorlage für das Pilotprojekt dient der Flughafen Zürich. Dort wird das System bereits angewendet. «Das dortige Reinigungspersonal spart dadurch täglich knapp zwei Stunden Zeitaufwand ein», sagt Lemke. Die Sensoren, die 700 Franken das Stück kosten, sollen jedoch nicht zu Einsparungen beim Personal führen, wie der städtische Projektleiter anfügt. Es würden höchstens Ressourcen frei, die es anderswo braucht. Denn laut Lemke werden die Reinigungsarbeiten in Bern aufwendiger. «Die Leute treffen sich immer häufiger draussen, dadurch nimmt auch die Abfallmenge im öffentlichen Raum zu.»

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