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«Der Mensch im Mittelpunkt»

Monika Gurtner aus Bern arbeitet in einem ­Beruf, den es erst seit kurzem gibt: Sie ist Kommunikatorin in einem Museum.

Spielend erklären: Kommunikatorin Monika Gurtner mit den kleinen Museumsgästen Corsin (10) und Mona (8) beim «Ensemble». Gemeinsam versuchen sie, eine Kugel durch den Irrgarten ins Ziel zu bringen.
Spielend erklären: Kommunikatorin Monika Gurtner mit den kleinen Museumsgästen Corsin (10) und Mona (8) beim «Ensemble». Gemeinsam versuchen sie, eine Kugel durch den Irrgarten ins Ziel zu bringen.
Nicole Philipp

Man könnte sie glatt für eine ganz normale Museumsbesucherin halten – trüge sie nicht ein schwarzes T-Shirt mit weisser Aufschrift: «Wir müssen reden.» Die 51-jährige ausgebildete Sekundarlehrerin ist jedoch weder Besucherin – noch etwa Museumsführerin.

Sie ist eine der 15 professionellen Kommunikatorinnen und Kommunikatoren des Museums für Kommunikation in Bern. Kommunikatorin? «Nun, wir sprechen die Besucher an. Wir beziehen sie ein, indem wir Fragen stellen, irritieren, herausfordern, zeigen, Geschichten erzählen, Spiele mitspielen, Rätsel kreieren. Wir sind Gastgeberinnen, die ihre Gäste direkt bei ihren Interessen abholen. Wir lassen sie ausprobieren und mitmachen.»

Und: «Wir sind Teil der Ausstellung. Teil des Museums. Wir gehören dazu.»

«Viel Raum»

Seit acht Jahren wirkt Monika Gurtner im ehemaligen Post­museum. Früher berufsbegleitend als freischaffende Führerin, heute ist sie als Teilzeitkraft des Museums fest angestellt. Ihr pädagogisches Wissen wirke dabei durchaus unterstützend, betont sie. Und sie ist spürbar begeistert von ihrem kreativen Beruf. «Er lässt mir sehr viel Raum. Und ich bin ständig im Kontakt mit Menschen.» Oft erwarte sie die Besucher bereits am Eingang.

Gehört zur Crew: Der kleine Roboter Nao. Bild: zvg
Gehört zur Crew: Der kleine Roboter Nao. Bild: zvg

Das Museum für Kommunikation sei ein «organisiertes Sammelsurium» aus analogen und digitalen Möglichkeiten. Von alten Fahrzeugen bis Big Data.

Um das zu verdeutlichen, präsentiert sie Nao, einen Androiden, ihr kleiner «Arbeitskollege». Der Roboter ist ein Publikumsmagnet im Museum. «Und er fasziniert nicht nur die Kinder», betont sie. Kaum taucht er auf und gibt vielleicht einem Kind die Hand, bildet sich ein Zuschauerkreis um ihn.

«Direkte Kommunikation»

Den Beruf der Kommunikatorin gibt es erst seit knapp einem Jahr. Und dies ausschliesslich im Museum für Kommunikation, welches die dafür erforderlichen Kurse anbietet. Voraussetzung dafür ist eine abgeschlossene Erstausbildung.

«Der Beruf ist aufgrund des Bedürfnisses entstanden, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen», sagt Monika Gurtner. Es gehe um Fragen, Unsicherheiten, Meinungen und Standpunkte. «Dies erfordert eine direkte Kommunikation mit den Be­suchern.»

Die Kommunikatoren seien eine alters- und berufsdurchmischte Gruppe. Täglich sässen die anwesenden Kolleginnen und Kollegen zusammen und kreierten das Tagesprogramm. «Durch den Austausch können wir uns gemeinsam weiterentwickeln.»

Für sie ist klar: «Der Mensch ist von Natur aus neugierig. Wenn ihn jemand anspricht, ihm eine Frage stellt, ihm Neues zeigt und ihn ‹mit ins Boot› holt, dann ist er meist bereit, sich darauf einzulassen.» Die Kommunikatoren werden in Konzept- und Projektarbeit mit einbezogen und können dazu beitragen, die Ausstellung dynamisch zu kuratieren.

Neben ihrer Tätigkeit als Kommunikatorin arbeitet Monika Gurtner weiterhin Teilzeit als Lehrerin in Bern. Die Freizeit verbringt sie mit ihrem Partner oft in der Natur. «Ja, die Ruhe ist mein Ausgleich zu den vielen wunderbaren Kontakten, die ich in meinen beiden Berufen pflegen kann», sinniert sie. Und wirkt dabei sichtlich zufrieden.

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