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Der Mann mit dem pinkfarbenen Haar

Wie ein Berner Verkäufer US-Journalist Thomas Friedman für eine Kolumne in der «New York Times» inspirierte.

Urs Wüthrich
Der mit den pink Haaren: Sandro Ilg im Matte-Lädeli.
Der mit den pink Haaren: Sandro Ilg im Matte-Lädeli.

Ohne dass Bern Tourismus einen Finger krumm gemacht hätte, hat es die Stadt Bern wieder einmal – das kommt selten vor – in die «New York Times» geschafft. Schuld daran sind diesmal weder die Arkaden noch die Alpen, weder Altstadt noch Aare – weder eine Demo noch der Schwarze Block.

Ein Mann mit pink Haaren und ein zugeworfener Handkussim Mattequartier haben gereicht, den US-Star-Journalisten und dreifachen Pulitzerpreisträger Thomas L.Friedman ins Schwärmen zu bringen. Friedman war in Bern. Er «kämpfte», wie er in der «New York Times» diese Woche schreibt, mit seiner Kolumne um den Syrien-Konflikt.

Um sich den Kopf frei zu machen, spazierte er im Mattequartier die Aare entlang, betrat das Matte-Lädeli und kaufte Nektarinen. Bedient wurde er von einem Mann mit pink Haar, der einer Passantin einen Handkuss durchs Fenster schickte.

Diese Szene – während er sich in Gedanken mit Putin, Obama, Assad und Giftgas beschäftigte – beeindruckte Friedman tief. «Wow!, was für eine Lebensqualität, ist es nicht schön, Schweizer zu sein? – keine Sorgen auf dieser Welt», schreibt er in seiner politischen Kolumne «The Man With Pink Hair». Er, Friedman, habe den Eindruck, dass dieser Mann mit den pink Haaren nicht unter den Vorkommnissen in Syrien leide. «Das ist nicht sein Fehler, sein Land ist winzig.»

Von den pink Haaren des Matte-Mannes schwenkt Friedman in seiner Kolumne auf die grauen Haare von Obama. «Obama hatte früher schwarze Haare – but his is gray now, not pink.» Obamas graue Haare seien der Preis dafür, dass er zu viel über den Mittleren Osten nachdenke.

Sandro Ilg, so heisst der 26-jährige Mann, der es in die «New York Times» geschafft und dies gestern von einem Mattebewohner erfahren hat.«Das ist eine Ehre – vielleicht eine zweifelhafte», sagt er. «So sorgenlos ist mein Leben auch wieder nicht.» Dennoch habe Friedman recht. «Ich kümmere mich nicht ernsthaft um den Mittleren Osten.» Graue Haare werden ihm deshalb keine wachsen.

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