Der Kinderzirkus Bajazzo feiert

Schwarzenburg

Seit 25 Jahren werden im gleichen Zelt immer wieder neue Kinder zu Clowns, Artisten und ­Fakiren. Am Wochenende tritt eine neue Crew an zwei ­Jubiläumsvorstellungen auf.

Begeistert: Schon Generationen von Schulkindern werden in Schwarzenburg zu Artisten.

Begeistert: Schon Generationen von Schulkindern werden in Schwarzenburg zu Artisten.

(Bild: Beat Mathys)

Auf der Bühne im blau-weissen Zelt beim alten Schulhaus in Schwarzenburg geht buchstäblich alles drunter und drüber. Ein Mädchen übt den Spagat, ein anderes versucht, den Kopf auf die Knie zu legen, während andere lange Tücher an der Zeltkuppel montieren und wieder andere zusehen und applaudieren. Kaum hängen die Tücher, turnen Buben und Mädchen darin herum – fehlt bloss der Geruch von Pferden, und die Zirkusatmosphäre wäre ­perfekt.

Eine Woche lang, täglich von 9.30 bis 17 Uhr, bereiten sich 45 Schulkinder auf die Vorstellungen zum 25-Jahr-Jubiläum des Zirkus Bajazzo vor. Die Älteren helfen den Kleineren, Aufsicht haben der Regisseur Fabian Günther, die Jugendarbeiterin Monika Eicher und eine Gruppe von 18 Freiwilligen. «Ohne diese ginge es nicht», sagt Eicher.

45 Kinder in sechs Gruppen

Die Kinder sind in sechs Gruppen eingeteilt: Clowns, Akrobaten, Jongleure, Fakire, Zauberer, Einradfahrer, dazu kommt eine Musiktruppe. Die Kinder können wählen, in welchen zwei Gruppen sie mitmachen wollen. «Das Problem war, dass die meisten Clown oder Fakir sein wollten», sagt Monika Eicher. Es mussten Kompromisse gesucht werden, und dann gings los mit den Proben. Das Thema: Indianer und Cowboys. Als die Requisiten beisammen waren, gabs nur noch eines: üben, üben, üben.

Am Anfang stand das Suchen von Requisiten, die zum Thema passen. «In 25 Jahren ist zum Glück schon viel zusammengekommen», sagt Monika Eicher. Schminke, Hüte und Klamotten sind tonnenweise vorhanden. Auf dem Schulhausplatz wimmelt es von Cowboys und Indianern. Heute Samstag und morgen Sonntag werden die Kinder zeigen, was sie gelernt haben.

Dressierte Henne

Den Zirkus Bajazzo gründeten Eltern aus Schwarzenburg vor 25 Jahren als Verein. Diesen übernahm später die Jugendarbeit. Bei einer Probe sind die Gründungsmitglieder Maria Messerli und Renata Breu dabei. «Ich ­freue mich, dass es den Zirkus immer noch gibt», erklärt Maria Messerli. «Es heimelet», sagt Renata Breu, die mit ihrem Enkel Rafael gekommen ist, dessen Mama auch schon im Zirkus mitgemacht hat.

Im Publikum: ­Grü­ndungs­mit­glieder, Nachwuchs, Regisseur und ein Hund. Bild: Beat Mathys

Breus Labrador schaut, was auf der Bühne passiert. Einer seiner vierbeinigen Vorgänger hat anno dazumal eine Tiernummer dargeboten. Solche gibts auch heute noch. «Diesmal sind ein Huhn und ein Pony dabei», verrät Regisseur Fabian Günther, der selber schon als Dreikäsehoch im Bajazzo auftrat und im richtigen Leben Ingenieur ist. Günther schaut hier und dort, gibt Tipps und freut sich: «Je mehr Freiheit die Kinder haben, umso besser läufts.»

Zirkus Bajazzo: Zelt beim Alten Schulhaus. Fotos aus 25 Jahren auf dem Spielplatz. Zirkusvorstellungen am Samstag, 20 Uhr; Sonntag, 18 Uhr. Kollekte.

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