Der Kampf gegen das letzte bisschen Lärm

Bern

Der entstehende städtische Jugendclub an der Predigergasse in Bern begegnet Lärmängsten von der Aareseite vis-à-vis nun auch mit mobilen Lärmschutzwänden.

Bewohner des Altenberg-Quartiers (rechts) fürchten, dass Lärm aus dem Jugendclub in der Predigergasse bis zu ihnen dringen könnte.

Bewohner des Altenberg-Quartiers (rechts) fürchten, dass Lärm aus dem Jugendclub in der Predigergasse bis zu ihnen dringen könnte.

(Bild: Google Maps)

Jürg Steiner@Guegi

Der Lärmverursacher, der seine mutmasslichen Emissionen perfektionistischer bekämpft als der zukünftige Jugendclub Tankere, muss erst noch erfunden werden.

Zur Erinnerung: Vor gut vier Jahren lancierten Alt-Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) und Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) die Idee, in den ehemaligen Räumlichkeiten der Sanitätspolizei an der Predigergasse 12 ein Jugendlokal zu installieren. Die Idee: einen Party-, Konzert- und Meetingpoint für junge Leute ab 16 Jahren zu schaffen, auch als Entlastung für Brennpunkte wie die Schützenmatte.

Seit ungefähr zwei Jahren beschäftigen sich im Verein Tan­kere Jugendliche mit der Erarbeitung eines Betriebskonzepts. Im Frühjahr 2017 hiess das Stadtparlament einen Kredit von 1,95 Millionen Franken gut, mit dem bis Ende 2018 der Umbau vom Polizeigebäude zum Jugendclub realisiert wird.

Doch vom gegenüberliegenden Aareufer, dem Altenberg-Rabbental-Quartier, ertönte Protest. Man befürchtet nächtliche Lärmbelästigungen.

Die Behörden versprachen, sich der Lärmfrage noch einmal anzunehmen. Das Resultat dieser Bemühungen liegt nun in Form eines revidierten Baugesuchs, das demnächst publiziert wird, vor, wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt.

Obschon die Beschallung der Tankere ausschliesslich im Innenraum erfolgt und dieser über eine Lärmschutzschleuse verfügt, damit kein Konzertlärm entweichen kann, selbst wenn jemand zum Rauchen oder Schwatzen nach draussen geht, erhält der Lärmschutz Verstärkung: in Form mobiler Lärmschutzwände, die aussen bei Bedarf montiert werden. «Für den Fall», sagt Alex Haller, Leiter des Jugendamts, «dass es draussen wider Erwarten doch lauter werden sollte.» Allenfalls bei Konzerten mit grossem Andrang.

Unter mobilen Lärmschutzwänden müsse man sich zusammenrollbare, aber massive Blachen mit seitlichen Metallstäben vorstellen, die von zwei Personen in vorbereitete Einlässe am Boden gesteckt werden könnten, erklärt Melanie Bachmann vom städtischen Hochbauamt. Man habe Tests durchgeführt und eine lärmmindernde Wirkung nachweisen können.

Kein Placeboeffekt also. Sondern echte Berner Lärmmedizin.

Berner Zeitung

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