Alles kocht

Bern

Es ist die wohl lustigste Kochveranstaltung in der Schweiz: Beim Goldenen Koch messen sich Jungköche wie in einer richtigen Arena. Den Wettbewerb gewann erstmals eine Frau.

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Nina Kobelt@Tamedia

Drei Arten von Küchen gibt es, sagt André Jaeger, Spitzenkoch im Ruhestand und Mitglied der Ehrenjury beim Goldenen Koch: Alltagsküche, Restaurantküche und Wettbewerbsküche. Letztere setzt die Teilnehmer unter Druck wie keine andere.

Der Zeitplan muss an einem Wettbewerb wie diesem exakt eingehalten werden, geht etwas schief, wackelt alles. Und dann diese Atmosphäre! Alles kocht. Die Stimmung, die Konkurrenten, die Nerven wohl auch, in der Arena im Kursaal in Bern ist es laut und heiss.

Von den sechs Finalisten stammen zwei aus der Region: Florian Bettschen (32) kommt vom Hotel Seepark Thun. Der zweite Berner ist ein Bieler, Manuel Hotz (25) kocht sonst in der Residenz Au Lac in Biel.

Happy Birthday vor dem Fisch

Dieses Jahr wurde der Wettbewerb des Gastrounternehmens Kadi mit grosser Kelle angerührt: Sven Epiney führte wie gehabt durch den Anlass, gleichzeitig interviewte TV-Moderator Marco Fritsche für den Livestream ­alles, was ihm zwischen die Mikrofone kam, und – noch eine Neuerung des alle zwei Jahre stattfindenden Anlasses: Am Abend wurde mit 200 geladenen Gästen im Kornhauskeller gefeiert.

Zurück aber in den Ring: Nachdem man im Saal noch ein «Happy Birthday» für Queen-Koch und ebenfalls Ehrenjurymitglied Anton Mosimann gesungen hat – er ist eben 70 geworden –, geht es los mit den Präsentationen. Zwei Gänge müssen alle Kandidaten der hochkarätigen Jury servieren, einen Fischgang und einen Fleischgang. Etwas über vier Stunden haben die jeweiligen Köche mit ihrem Commis, ihrem Gehilfen, dafür Zeit.

Die Jury probiert, diskutiert, notiert. Dann steht der Sieger fest. Vorher aber hält Bundesrätin Simonetta Sommaruga noch eine Lobrede auf die Kochgilde. Sie, Sommaruga, mag am liebsten Berner Landfrauen. Die Bohnen. Das sagt sie, und auch, dass sie als Kind sogar noch vor dem Essen Gemüse und Beeren schnousen durfte, dem grossen Gemüsegarten sei Dank.

Jedenfalls: Der Thuner Florian Bettschen wird zum Publikumsliebling gewählt (und rechtfertigt diese Wahl gleich mit flotten Sprüchen auf der Bühne und «erschnorrt» sich noch ein drittes Essen bei Mosimann in London). Auch den zweiten Platz belegt er mit seinem Commis Reto Suppiger («e super Giu», sagt er).

Den Pokal, einen goldenen Koch, räumt schliesslich eine Frau ab: Elodie Manesse (24) vom Restaurant Vieux-Bois in Genf ist die erste Frau, die diesen Kochwettbewerb gewinnt. Ihre Begleitung, Robin Bessire, wird bester Commis.

Das Video mit der Gewinnerin und den zwei Bernern:

Video: Claudia Salzmann

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