Der Gemeinderat musste einige Kritik einstecken

Kirchlindach

Kirchlindach macht nicht mit. Die Gemeindeversammlung sprach sich gegen einen ­Modellwechsel an der Oberstufe Uettligen aus.

Der Kirchlindacher Gemeinderat hat die Arbeit trotz der Bedenken des Lehrerkollegiums an der Oberstufe Uettligen weitergeführt.

Der Kirchlindacher Gemeinderat hat die Arbeit trotz der Bedenken des Lehrerkollegiums an der Oberstufe Uettligen weitergeführt.

(Bild: Christian Pfander)

Hans Ulrich Schaad

In Kirchlindach war die Stimmung an der Gemeindeversammlung am Montagabend recht gereizt. Der Gemeinderat musste harsche Kritik einstecken. Gemeindepräsident Werner Walther (parteilos), der das Geschäft anstelle des kranken Ratskollegen Christoph Bürki (SP) vertreten musste, hatte von Anfang an einen schweren Stand, die Vorteile eines durchlässigen Schulmodells an Frau und Mann zu bringen.

Der Gemeindepräsident musste einräumen, dass das Lehrerkollegium an der Oberstufe Uettligen sich gegen einen Wechsel ausgesprochen hatte. «Der Gemeinderat hat die Arbeit trotz dieser Bedenken weitergeführt», blickte Werner Walther zurück. Denn im durchlässigen Modell würden die Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler besser berücksichtigt.

Kinder im Mittelpunkt

Es gehe um die Kinder und nicht um die Lehrer, unterstützte eine Votantin den Antrag des Gemeinderats. Das durchlässige System werde den Kindern besser gerecht. Eine ehemalige Lehrerin erzählte aus der eigenen Erfahrung. Auch ihr Kollegium sei vor dem Wechsel auf das durchlässige Modell skeptisch gewesen.

Nun möchte aber niemand mehr zurück. Auch Lehrer müssten sich verändern, meinte eine weitere Votantin. Nun sei der richtige Zeitpunkt gekommen. Das Bild der Schule werde besser. Ein nicht betroffener Lehrer wies darauf hin, dass die Schüler vorher sechs Jahre gemeinsam in der Klasse seien. Und auch bei den Berufsschulen gebe es später keine Trennung mehr.

Fehlende Transparenz

Die Gegner des Wechsels waren in der Überzahl und deckten den Gemeinderat mit Vorwürfen ein. Er habe schlecht orientiert, Informationen zurückgehalten, und die betroffenen Lehrer hätten einen Maulkorb erhalten. So heisse es, dass das genaue Modell noch nicht definiert sei. Dabei komme von der Anzahl Schülerinnen und Schüler nur ein einziges infrage.

Zwei Mitglieder der zustän­digen Oberstufenkommission betonten, dass ihr Gremium gegen den Wechsel sei. Es sei zudem der falsche Zeitpunkt, weil die Einführung des Lehrplans 21 Vorrang habe. Das sorge für zusätzliche Unruhe, es könnte zu Abgängen kommen. Auch Grossrätin Sabina Geissbühler (SVP) sprach sich für ­getrennte Klassen aus: «Die ‹Kopffächer› werden überbewertet.»

Die Gemeindeversammlung lehnte den Antrag für den Wechsel zum durchlässigen Modell mit 59 zu 75 Stimmen ab. Daniel Mauerhofer, Schulleiter in Uettligen, nahm das Ergebnis zur Kenntnis. Er sei froh, dass es entschieden sei, denn es habe zuletzt viel Un­ruhe gegeben.

Berner Zeitung

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