Der Friedhof wird zum Stadtpark

Die Bewohner des Berner Stadtteils III dürfen sich bald über einen neuen Park freuen: Aus dem Areal der alten Gärtnerei wird, zusammen mit dem südlichen Teil des Bremgartenfriedhofs, die neue Friedbühlanlage.

Ein Schnitt, und die Hecke fällt: Gemeinderätin Ursula Wyss und Christoph Schärer, Leiter von Stadtgrün Bern, beim symbolischen Start für die Bauarbeiten der Friedbühlanlage.

Ein Schnitt, und die Hecke fällt: Gemeinderätin Ursula Wyss und Christoph Schärer, Leiter von Stadtgrün Bern, beim symbolischen Start für die Bauarbeiten der Friedbühlanlage.

(Bild: Urs Baumann)

Sheila Matti

Momentan erinnert das Gelände neben der Kreuzung Weyermannsstrasse, Freiburgstrasse und Friedbühlstrasse eher an eine Baugrube als an einen Park. Während sich ein Bagger seinen Weg durch den Dreck bahnt, sind Männer mit Helmen dabei, die letzten Überreste eines Beerenstrauches zu beseitigen. Es bleibt also noch viel zu tun, bis das Areal den Anwohnerinnen und Anwohnern des Stadtteils III ab Februar 2017 als neuer Stadtpark dienen kann.

Einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Park für die Quartiere Holligen und Mattenhof machte am Montag Gemeinderätin Ursula Wyss (SP): Ausgestattet mit einer Gartenschere, gab sie den sym­bolischen Startschuss für die Bauarbeiten an der neuen Friedbühl­anlage. Ein gezielter Schnitt, die Thujahecke ging zu Boden, und die Trennung zwischen dem alten Gärtnereiareal und dem Bremgartenfriedhof wurde durchbrochen. Letzterer soll einen grossen Teil des neuen Quartierparks ausmachen.

Ein Ort für Veranstaltungen

Doch kann man wirklich mit seinen Kindern spielen, während daneben eine Beerdigung stattfindet? Selbstverständlich brauche es einen gewissen räumlichen Abstand, findet Christoph Schärer, Leiter von Stadtgrün Bern: «Aber bereits heute wird der Friedhof von Anwohnern und Mitarbeitenden des Inselareals regelmässig genutzt.»

Der neue Park war unter anderem ein Legislaturziel des Gemeinderats. Nötig werde die ­Anlage aber vor allem, weil der Stadtteil III mit der Realisierung des neuen Wohnraums im Warmbächli und an der Mutachstrasse zunehmend verdichtet wird. «Die Grünanlage wird dabei helfen, die Lebensqualität im dichten Gebiet aufrechtzuerhalten», sagte Ursula Wyss. Im Fall der neuen Anlage hat Lebensqualität jedoch ihren Preis: Für die Umsetzung der Friedbühlanlage wurde ein Kredit von 800'000 Franken gesprochen.

Während der letzten Jahre sei die Quartierbevölkerung aktiv in die Gestaltung des Parks einbezogen worden. Ein Wunsch sei es etwa gewesen, einen Ort zu errichten, an dem auch Veranstaltungen und Quartierfeste stattfinden könnten. Das Hauptelement des neuen Parks ist deshalb eine Arena aus Sitzstufen, welche auch die Höhendifferenz zwischen Strasse und Friedhof überwindet. Weiter gehören zur Infrastruktur der Anlage Sitzbänke, eine Grillstelle und ein Unterstand zum Verstauen verschiedener Utensilien, wie etwa des mobilen Mobiliars.

Eine ruhige Atmosphäre

Der hintere Teil des Parks – jener, welcher aktuell noch zum Friedhof gehört – soll die ruhige Atmosphäre beibehalten, welche er ausstrahlt. «Ein respektvoller Umgang mit dem Ort ist wichtig, weil direkt nebenan Bestattungen stattfinden», erklärt Christoph Schärer. Deshalb werden hier nur wenig gestalterische Massnahmen, wie etwa zusätz­liche Sitzbänke, umgesetzt.

Neben der Thujahecke werden übrigens keine weiteren Pflanzen gefällt. Stattdessen sollen 15 neue Bäume die bestehenden Alleen ergänzen.

Berner Zeitung

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