Belp

Der Flugpionier ist jetzt Wirt

BelpFlugpionier Alex Gribi hatte grosse Pläne für sein Terminal im Norden des Flughafens Bern-Belp. Nun setzt er zusammen mit seiner Frau auf kulinarische Höhenflüge.

Yvette und Alex Gribi: Noch ist ihr Gribi’s Eat & Drink eine Baustelle. Aber am Samstag wird das Restaurant im früheren Propellerstübli eröffnet.

Yvette und Alex Gribi: Noch ist ihr Gribi’s Eat & Drink eine Baustelle. Aber am Samstag wird das Restaurant im früheren Propellerstübli eröffnet. Bild: Urs Baumann

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Auch Flughafendirektor Mathias Gantenbein ist da. Es ist Mittwochmorgen, als Alex und Yvette Gribi vor den Medien ihr neues Restaurant Gribi’s Eat & Drink vorstellen. Es befindet sich im früheren Propellerstübli beim Flughafen Bern-Belp. In den letzten Wochen wurde die Baracke umgebaut und modernisiert. Das Restaurant besteht aus Stübli, Pavillon, Terrasse und Lounge. Übermorgen Samstag wird es offiziell eröffnet.

Alex Gribi (67) ist Verwaltungsratspräsident der Betreibergesellschaft und wird als Gastgeber auftreten. Er hat sich als Gründer der Fluggesellschaft Skywork einen Namen gemacht. «Der Boom in der Aviatik ist vorbei», sagt er. «Und auch meine fliegerische Ära geht langsam zu Ende.» Deshalb das Restaurant. «Die Wohnlichkeit des Propellerstübli wollen wir beibehalten – auf anderem Niveau.»

Seine Frau Yvette Gribi (47) ist Geschäftsführerin. Sie kommt aus den Niederlanden, ist Hotelmanagerin und hat langjährige Erfahrung in der Gastronomie. «Wir wollen eine so grosse Zielgruppe wie möglich ansprechen.»

Im Terminal Nord daheim

Gribi’s Eat & Drink befindet sich auf dem Terminal Nord am Rand des Flughafengeländes. Das 14 000 Quadratmeter grosse Terminal befindet sich seit über 50 Jahren im Besitz der Familie Gribi. Hier baute Alex Gribis Vater Franz die Gribair auf und Alex Gribi später Skywork, ehe er sie an Rolex-Erbe Daniel Borer verkaufte. Hier gründete er auch die Flugschule Beacon Air, in deren Räumen schliesslich das Propellerstübli entstand.

Neben dem Restaurant befinden sich auf dem Areal mehrere Hangars, die Werft der Firma Airbase sowie ein Bürogebäude. Hier führt die Familie Gribi auch die Flugtaxifirma Alpine Sky Jets sowie die Flughafen Immobilien AG. In den Unternehmen sind auch Gribis Söhne Matteo und Manuel Mätzler-Gribi tätig.

Pläne für ein Hotel

Für das Areal hatte Alex Gribi grosse Pläne. Vor 4 Jahren begann er mit der Planung für eine «totale Überbauung des ganzen Terminals». Ihm schwebte ein 100 Meter langer Hangar für Businessjets samt Hochrestaurant und Hotel vor. «Ein 18-Millionen-Projekt.» Doch weil Airbase die Werft nicht habe verkaufen wollen, hätten sich diese Pläne zumindest vorerst zerschlagen.

Besser siehts dafür im Konflikt zwischen seiner Alpine Sky Jets und der Flughafen Bern AG aus. Zwar entschied kürzlich das ­Bundesverwaltungsgericht, dass ­Gribis Firma keine Flugzeuge anderer Gesellschaften abfertigen darf und der Flughafen das Monopol behält. Aber Gribi wie Gantenbein bestätigen, dass neuerdings Gespräche stattfinden.

Die «Eiszeit» zwischen ihm und der Flughafengesellschaft sei vorbei, sagt Gribi. Der Besuch des Direktors sei ein Zeichen dafür. Gantenbein, seit einem halben Jahr im Amt, hat ebenso freundliche Worte und eine gekühlte Flasche Champagner mitgebracht.

Das Risiko bleibt

Gribi hat «wilde Zeiten» hinter sich und sich nach eigenen Aussagen nicht immer nur Freunde gemacht. Das sei vorbei. Er gebe seinen Namen für ein Restaurant her. «Wer das tut, sollte seinen Namen nicht unbedingt mit Feinden behaften.» Ein risikobereiter Typ werde er aber bleiben – die Gastronomie sei ebenso ein Wagnis wie die Aviatik. «Ich will meiner Frau und meinen Söhnen ­etwas hinterlassen, das meinem Geist und meiner Kreativität entspricht.»

Infos: www.gribis.ch (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.04.2016, 06:50 Uhr

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