Bern

Der Berner Storch ist wieder da

BernIm September flog er in den warmen Süden, nun ist er zurück: Der Berner Storch bewohnt seit Dienstag wieder sein Nest auf dem Kamin des Pferdezentrums an der Papiermühlestrasse.

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Gähnende Leere im Storchennest an der Berner Papiermühlenstrasse. Mehr hatten die Webcam-Bilder auf berner-storch.ch seit Anfang September letzten Jahres nicht zu bieten. Das Nest war leer, der Storch war weg. Er hatte sich nach Spanien aufgemacht, wo ihn während des Winters milderes Wetter erwartete als in der kalten Schweiz.

Offenbar sind die kalten Wintertage für den Berner Storch aber bereits passé. Am Dienstag um 10.45 Uhr sendete die Storchennest-Webcam erstmals wieder ein Foto des Berner Storchs ins World Wide Web. Da war er wieder, auf zwei Beinen stehend, den Kopf gesenkt, fast so, als wäre er gar nie weg gewesen.

«Dieses Jahr ist der Storch bereits zwei Wochen früher zurück in Bern als 2017», weiss Margrith Enggist, Sekretärin bei der Gesellschaft Storch Schweiz. Offenbar hat der Storch den diesjährigen Winter als milder empfunden.

Und: Es handelt sich mit grösster Wahrscheinlichkeit um denselben Storch, der das Nest auf dem Kamin des Berner Pferdezentrums schon in den Jahren zuvor bewohnt hatte. Denn Störche kommen immer wieder ins selbe Nest zurück.

Wo ist das Weibchen?

Im Vorjahr war der Storch nicht allein im Nest. Er bewohnte es mit seiner Partnerin. Ausserdem hatte einer von vier Jungstörchen aus dem Nachwuchs die bitterkalten Frühlingstage überlebt.

Fühlt sich der Storch nun nicht einsam, ganz allein im nach wie vor winterlichen Bern? «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Weibchen nachreist», so Enggist. Der männliche Storch gibt also ganz den Gentleman: Er fliegt schon eine bis zwei Wochen früher zurück, um das gemeinsame Nest herzurichten und alles parat zu machen.

Im Winter getrennte Wege

Es ist übrigens davon auszugehen, dass sich das Storchenpaar in den Wintermonaten nicht gesehen hat. Im Winter gehen Herr und Frau Storch jeweils eigene Wege. Umso freudiger dürfte das baldige Wiedersehen werden.

Der Jungstorch aus dem letzten Jahr hingegen wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht nach Bern zurückkehren. Der Nachwuchs steht jetzt auf eigenen Beinen und wird im Frühling damit beschäftigt sein, ein eigenes Nest und eine eigene Partnerin zu finden. Nächstes Jahr – wenn alles nach Plan läuft – wird er selber Vater werden.

Bald werden Eier ausgebrütet

Es ist davon auszugehen, dass auch der Berner Storch bald wieder Papa wird. Rund zwei Wochen nach der Ankunft des Weibchens wird diese Eier legen, die dann während 32 Tagen ausgebrütet werden. Mitte April könnte also bereits der erste Babystorch schlüpfen.

Während der nächsten Wochen wird im Berner Storchennest Hochbetrieb herrschen. Doch schon im Frühsommer wird es wieder ruhiger. Wenn die Jungstörche ausgeflogen sind, werden Papa und Mama Storch während mehrerer Monate zu Nomaden. Sie werden dem Berner Storchennest nur noch sporadisch einen Besuch abstatten, bevor sie sich im September wieder nach Spanien aufmachen.

Eine Webcam liefert alle fünf Minuten ein neues Bild des Berner Storchennests. Sie ist unter www.berner-storch.ch abrufbar. (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 13.02.2018, 17:20 Uhr

Storch in Bern

Mehr als 50 Jahre waren die Störche der Schweizer Bundesstadt ferngeblieben. Die Nahrung war an den zunehmends verbauten Flüssen in der Schweiz knapp geworden. Ende März 2016 wagte sich erstmals wieder ein Storch, in Bern ein Nest zu bauen. Es wird davon ausgegangen, dass es sich damals um denselben Storch handelte, der das Nest dann auch 2017 bewohnte und sich nun erneut auf dem Kamin des Pferdezentrums an der Papiermühlestrasse eingenistet hat.

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