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Der Berner Bebbi fasnachtet doppelt

Sogar der Basler Benito Trachsel findet an der Berner Fasnacht Gefallen – wenn auch nicht an allem.

Urs Wüthrich
Fasnächtler in zwei Städten: Bern-Basler Benito Trachsel.
Fasnächtler in zwei Städten: Bern-Basler Benito Trachsel.
Raphael Moser

Nächste Woche wird der 73-jährige Benito Trachsel 72 Stunden im Ausnahmezustand sein. Wie alle Jahre wieder – seit seiner Kindheit – wird er in Basel mit seiner Gugge 46 die drey scheenschte Dääg im Joor er­­leben. Die Basler Fasnacht beginnt um 4 Uhr morgens mit dem Morgestraich.

Noch vor der Basler Fasnacht wagt sich «Benny dr Bärner Bebbi» – wie ihn seine Freunde nennen – ins Getümmel der Berner Fasnacht. Er lebt seit 1981 in Bern und hat auch zur hiesigen Fasnacht eine Beziehung. «Ich bin der Berner Fasnacht schon begegnet, bevor sie richtig los­gegangen ist», erzählt der studierte Elektroingenieur im reinsten Baseldytsch. «Zu Beginn der 1990er-Jahre habe ich einer der ersten Berner Guggen geholfen, die Statuten auszuarbeiten.»

«Nicht meine Fasnacht»

Die beiden Fasnachten seien kaum vergleichbar, findet er. «Ich bin der Berner Fasnacht freundlich gesinnt, aber es ist nicht meine Fasnacht.» Die Basler Fasnacht sei «ein liebevoller, respektvoller und höflicher Anlass. Das fehlt mir in Bern ein wenig.» Masken- und Kostümträger würden in Bern oft von Fremden angefasst und betatscht. «Das ist in Basel absolut verpönt, das macht man nicht, es isch nit schigglig.» Bei der Berner Fasnacht habe er zudem manchmal das Gefühl, es sei «ein Sauf- und Fressgelage».

Ein anderer, markanter Unterschied: «In Bern schminken sich die Leute, in Basel aber wird nicht aa­­gmoolt, in Basel trägt man ein Mässggli, Gostym und Larve oder ist in Zivil.»

Von den Berner Schnitzelbänklern ist er auch nicht besonders begeistert. Während es in Basel über 120 Gruppen gebe, seien es in Bern nur etwas mehr als 10, mehr oder weniger starke. «Die ‹Drei Muketiere›, die ‹Wöschwyber› und der ‹Pfannehouer› sind oft sehr gut pointiert», meint er. «Toll ist auch, dass es in Bern mit der ‹Zunft zur füfte Jahreszyt› einen öffentlichen Fasnachtskeller gibt.»

Der Akt am 11.11. – wo der Bär über Winter in den Käfigturm gesperrt wird – sowie das Fasnachts-Theater seien weitere fixe Anlässe für ihn.

Berner Gugge in Basel

Für eine fasnächtliche Völker­­verbindung hat Benny Trachsel vor zwei Jahren gesorgt. Er und seine Gugge 46 luden die ­Berner Guggenmusik Schlimm­phoniker an die Basler Fasnacht ein. 2017 traten die Berner in der Elisabethenkirche auf. Der Bern-Basler Benny Trachsel schwärmt noch heute: «Die Schlimmphoniker sind fabelhaft und sehr vielseitig, es war für uns eine grosse Ehre, diese fantastische Berner Gugge als Gäste willkommen zu heissen.» ?Und da gibt es noch diese Basler Tradition: An drei aufeinanderfolgenden Sonntagen nach der Fasnacht machen die aktiven Basler Fasnächtler ihren Bummel in eine andere Stadt.

Vor ein paar Jahren wollten sie nach Bern reisen. Doch – Benny der Bärner Bebbi bedauert: «Der Berner ­­Gemeinderat hat damals den Basler Cliquen erklärt, dass sie an den Bummel-Sonntagen in Bern nicht erwünscht seien. Der angeführte Grund: Lärm­beläs­­tigung.»

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