Der Bahnhof wird zur Baustelle

Busswil

Die Mitwirkung zum Facelifting des maroden Busswiler Bahnhofs ist im Gang. Bis jetzt sind die Reaktionen mehrheitlich positiv.

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Baufällige Schuppen, versprayte Hausmauern, eine unübersichtliche Verkehrssituation: Der Bahnhof Busswil gibt ein unschönes Bild ab. Seit Jahren besteht hier Handlungsbedarf, da sind sich Behörde wie Private einig. Da jedoch verschiedene Player in die Umgestaltung involviert sind – die Gemeinde Lyss, die SBB und Landeigentümer –, dauert das Prozedere lange. Nun aber gingen die Pläne ins öffentliche Mitwirkungsverfahren.

An einem Infoanlass zur Umgestaltung nahmen rund fünfzig Personen teil, für Gemeinderat Rolf Christen (BDP) eine erfreuliche Zahl. «Die Voten aus der Bevölkerung waren primär positiv», sagt er. Die Leute seien froh, dass auf dem Areal endlich etwas gehe. Es habe aber auch kritische Stimmen gegeben –? zu Recht. «Da im Zuge der Umgestaltung ein neuer Platz entstehen soll, haben sich einige Einwohner gefragt, ob es dadurch auch mehr Lärm geben wird.»

Drei Projekte

Die Restrukturierung des Bahnhofs lässt sich grob in drei Projekte gliedern: Er soll behindertengerecht werden, es entstehen zwei neue Überbauungen – ein Gewerbepark und eine Wohnüberbauung –, und der Bahnhofplatz wird komplett neu gestaltet. Christen: «Hier wird es Bäume und Sitzgelegenheiten geben, der gesamte Raum wird luftiger.»

Die heutige Arbeitszone beidseitig der Bahn wird zu einer Wohn- und Gewerbezone. Der ehemalige Lagerschuppen soll dereinst abgerissen werden und einem dreistöckigen Neubau mit Wohnungen, Geschäften und Gastrobetrieben Platz machen. Zuständig ist hier die Landeigentümerin Parto AG, deren Areal innerhalb einer bereits genehmigten Überbauungsordnung liegt.

Das Park and Ride wird etwas nach rechts verschoben und erhält eine neue Einfahrt gegenüber dem Restaurant Bahnhof. Vor dem Bahnhofsgebäude mit dem Kiosk können künftig keine Autos mehr vorbeifahren; ein Zustand, der heute oft für gefährliche Situationen sorgt. An dieser Stelle ist eine Rampe geplant, die einen behindertengerechten Zugang zu den Perron ermöglicht.

Zwischen Bahnhofsgebäude und Denner wird es neue Parkplätze geben, einerseits für Denner-Kunden, andererseits Kurzzeitparkplätze fürs Bringen und Abholen von Zugspassagieren. Die Zufahrt erfolgt von der Länggasse aus. Auch dieser Raum wird mit Sitzgelegenheiten erweitert. «Am Schluss wird man das Bahnhofsareal kaum mehr wiedererkennen», sagt Christen.

SBB separat

Bei der Planung ging es auch darum, die geschätzten Kosten im «Nice-to-have-Konzept» von 4 Millionen Franken nach unten zu schrauben. «Das haben wir geschafft, neu liegen wir bei brutto 3,3 Millionen Franken», sagt Christen. Die Mitwirkung dauert bis zum 19. November. Der Baustart soll 2021 erfolgen.

Das Projekt der SBB für einen behindertengerechten Zugang zu den Perrons läuft in einem separaten Verfahren. Laut Christen sollten diese Bauarbeiten dann jedoch zeitgleich mit den anderen Projekten starten. Das wäre dann also noch vor 2023 – der offiziellen Deadline, die das Behindertengleichstellungsgesetz vorgibt.

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