Der Bach wird in einem Stollen um die Deponie geführt

Illiswil

Der Kanton nimmt die zweite Etappe bei der Sanierung der Deponie in Angriff. Dabei wird der Illiswilbach oberhalb der Deponie gefasst und durch eine Röhre in den Mülibach geleitet.

Der Illiswilbach soll in einen Stollen und danach direkt in den Mülibach fliessen. (Archivbild)

Der Illiswilbach soll in einen Stollen und danach direkt in den Mülibach fliessen. (Archivbild)

(Bild: Adrian Moser)

Hans Ulrich Schaad

Vor sechzig Jahren floss der Illiswilbach nordöstlich des Dorfes in einem Graben in Richtung Mülibach. Heute ist weder vom Illiswilbach noch vom Graben etwas zu sehen. Er ist aufgeschüttet und unter Landwirtschaftsland verschwunden. Während eines guten Dutzends Jahren diente der Geländeeinschnitt als Abfalldeponie. Mit Folgen für die Umwelt: Aus dem abgelagerten Material dringen problematische Substanzen in den Bach.

Diese ehemalige Abfalldeponie beschäftigt gerade wieder die Behörden, denn es steht die zweite Etappe für die Sanierung an. Aktuell hat das Amt für Wasser und Abfall (AWA) des Kantons Bern die Arbeiten für die Umleitung des Illiswilbachs ausgeschrieben.

Das Projekt sieht vor, den Bach oberhalb der Deponie zu fassen und über einen gut 500 Meter langen Stollen ostwärts direkt in den Mülibach zu leiten. Damit solle verhindert werden, dass der Bach durch Sickerwasser belastet wird, erklärt Oliver Steiner, Abteilungsleiter beim AWA. Denn die Eindolung weist inzwischen Risse auf.

Eine Alternative wäre gewesen, den Bach um den Deponiekörper umzuleiten, offenzulegen und zu renaturieren. Das hätte aber grosse Erdverschiebungen bedingt, und eine ökologisch wertvolle Bachstrecke hätte trockengelegt werden müssen. Die Evaluation der Variante erfolgte unter Einbezug von Fachleuten des Kantons und des Bundes.

Kostenpunkt 7,5 Millionen

Die Arbeiten für die zweite Etappe werden etwas mehr als ein Jahr dauern und rund 7,5 Millionen Franken kosten. Daran wird sich der Bund mit 3 Millionen Franken beteiligen. Die restlichen Kosten werden auf den Kanton (70 Prozent) und die Stadt Bern (30 Prozent) aufgeteilt.

Nicht mehr zur Kasse gebeten werden die Grundeigentümer. Sie mussten sich aber zu 5 Prozent an den Untersuchungskosten beteiligen. Ursprünglich wollte der Kanton einen höheren Beitrag einfordern, wurde jedoch vom Bundesgericht zurückgepfiffen.

Im März 2015 wurde die erste Etappe der Sanierung abgeschlossen. Dabei wurde das gefasste Sickerwasser aus der Deponie über eine 620 Meter lange Leitung in ein Absetzbecken und danach in die öffentliche Kanalisation geführt. Diese Arbeiten kosteten 1,8 Millionen Franken. Damit konnte der Illiswilbach unterhalb der Deponie vom grösseren Teil der Schadstoffe befreit werden, wie es in einem Dokument des Bundesamts für Umwelt heisst. In einer dritten Etappe soll die alte Bacheindolung unter der Deponie in eine Basisdrainage umfunktioniert werden.

Nicht in Betracht gezogen wurde, die Deponie Illiswil komplett auszubaggern. Dieses Verfahren wäre in Anbetracht der riesigen Abfallmenge und des nicht sehr hohen Gefährdungspotenzials unverhältnismässig gewesen.

Berner Zeitung

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