Der angeklagte «Heiler» ist auf freiem Fuss

Bern

Der Mann, der 16 Personen mit dem HI-Virus infiziert haben soll, gibt weiterhin Musikunterricht, als wäre nichts geschehen. Er vermietet in seinem Haus Wohnungen an junge Frauen, die nach kurzer Zeit wieder ausziehen.

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Der angeklagte «Heiler» wohnt in Bümpliz zuoberst in einem dreistöckigen Mehrfamilienhaus. Es öffnet niemand, wenn man die Klingel drückt.

Ein Nachbar* des Angeklagten nimmt die Nachricht vom Abschluss der Untersuchung in seinem Gartenhäuschen sehr gelassen zur Kenntnis. «Der Mann hat mir nichts zuleide getan, trotzdem bin ich froh, dass er jetzt vor Gericht kommt.» Die Frau des Nachbarn kann nicht verstehen, dass der «Heiler» immer noch frei herumläuft. Zu Fuss sei er selten unterwegs – und wenn überhaupt, so senke er den Kopf und grüsse die Leute nicht auf der Strasse. Der Mann mit den langen Haaren und dem Bart überwache mit Kameras nicht nur das Haus, sondern sogar seinen Jeep in der Garage. «Der hat doch einen Verfolgungswahn», sagt sie. Die Nachbarin kann auch nicht verstehen, warum der «Heiler» immer noch Musikunterricht geben darf.

Den Mieterinnen ist es unwohl

«Ich sehe fast jeden Tag, wie junge Frauen und Männer mit Gitarre oder Saxofon ins Haus gehen und wieder herauskommen.» Laut der Nachbarin vermietet der Mann immer wieder die zwei Wohnungen unter ihm an junge Frauen. «In der Regel sind sie nach einigen Monaten wieder weg.» Gerade erst am letzten Samstag sei eine Frau ausgezogen, der es beim «Heiler» offenbar nicht so wohl gewesen sei, will die Nachbarin wissen.

*Namen der Redaktion bekannt.

Berner Zeitung

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