Demokratie zum (Mit-)Heulen

Bern

Das Schweizer Kabarettistinnen-Duo Knuth und Tucek hat am Mittwoch, begleitet vom Alarmsirenentest, auf dem Bundesplatz gegen die Durchsetzungsinitiative gejodelt.

Knuth und Tucek trotzten allen Widrigkeiten, mit mässigem Erfolg.

Der Zeiger der Uhr an der «Fédéral»-Hausecke sprang auf 13.30 Uhr, das Heulen der Sirenen – um diese Zeit sollten sämtliche Alarmsirenen in der Schweiz probehalber losheulen – blieb vorerst aus. Dafür erklang aus einem Megafon: «Achtung, Achtung, das ist ein Ernstfall!» Wenige Meter weiter, auf dem Bundesplatz, standen die Kabarettistinnen Knuth und Tucek, «bewaffnet» mit Tamburin, Akkordeon und eben einem Megafon. Damit protestierten sie gegen die Durchsetzungsinitiative.

Überall in der Schweiz legten Musiker und Künstler eine Jam-Session zu den Sirenen ein und warben damit für ein Nein zur Durchsetzungsinitiative: Diese breche das Gleichheitsgebot, sie «hetzt Bevölkerungsgruppen gegeneinander auf und treibt Keile in unsere vielfältige Gesellschaft», liess die Vereinigung Kunst+Politik im Vorfeld per Communiqué verlauten. «Sirenenalarm gegen die Durchsetzungsinitiative», so der Name der Aktion.

«Es gibt keine schwarzen Schafe»

In Bern bot sich dabei ein eher tristes Bild, passend zum regnerisch grauen Wetter. Zwar hielt immer wieder mal ein Passant an, mehr als zehn waren aber kaum gleichzeitig versammelt, um der schrägen Jodel-Performance «Demokratie zum Mitheulen – ein satirischer Sirenengesang» zu horchen.

Auch die Einlage, eine Figur in der Form eines weissen Schafes schwarz anzusprayen, ging in die Hose: Die Spraydose versagte den Dienst. «Das ist der Beweis: Es gibt keine schwarzen Schafe», nahm es das Duo mit Humor. Es hatte ja auch keine andere Wahl.

mb

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