Deisswiler Arbeiter vor dem Bundeshaus: «Frau Leuthard, helfen Sie»

Bern

Rund 50 Arbeiter der Kartonfabrik Deisswil haben am Montag auf dem Bundesplatz gegen die Schliessung des Betriebs demonstriert. Mit der Spontankundgebung wollten sie die Politiker im Bundeshaus auf ihren Kampf gegen die Stilllegung des Werks aufmerksam machen.

«Frau Leuthard, bitte helfen Sie uns», stand auf einem der Transparente geschrieben, «Volksvertreter, wir sind das Volk» auf einem anderen. Die Demonstrierenden verharrten einige Zeit auf dem Bundesplatz, ohne dass sich die Wirtschaftsmininisterin oder andere Politiker blicken liessen. An der Kundgebung war auch Silvia Harnisch zugegen, deren Familie einst Mitinhaberin der Fabrik war.

Harnisch hofft auf eine Teilrettung der Fabrik, indem künftig wenigstens noch ein spezieller, schwer erhältlicher Karton produziert wird. Der österreichische Mutter-Konzern Mayr-Melnhof solle die beiden dazu nötigen Maschinen freigeben, damit ein neuer Investor einen Neuanfang machen könne, fordert Harnisch.

Mit der laut städtischer Orts- und Gewerbepolizei nicht bewilligungspflichtigen Spontankundgebung wollten die Deisswiler Arbeiter auch auf die nächste Sitzung des Verwaltungsrats der Mayr-Melnhof Karton AG aufmerksam machen. Diese findet nach Angaben der Gewerkschaft Unia an diesem Dienstag (11. Mai) statt.

Der Verwaltungsrat soll dabei verschiedene Optionen für das weitere Vorgehen prüfen. Ein neuer Investor wurde bislang laut Unia nicht gefunden; ein Thema ist nun aber auch, ob das Deisswiler Management die Firma übernehmen und selbst weiterführen könnte.

met/sda

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