Dead End: Verdacht fällt auf einen «notorischen Störenfried»

Bern

Der Mitarbeiter des Nachtclubs Dead End ist am Mittwoch seinen Verletzungen erlegen. Laut dem Chef der Notschlafstelle hat der mutmassliche Täter schon früher für Ärger gesorgt. Am Donnerstag kam es zu einer Festnahme.

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Er hat seinen Kampf verloren: Der Mann *, der am frühen Sonntagmorgen bei der Kreuzung Schützenmatt- und Neubrückstrasse schwer verletzt worden war, ist am Mittwochabend verstorben. Er befand sich zuvor in einem äusserst kritischen Zustand. Nachdem sie zunächst wegen versuchter vorsätzlicher Tötung ermittelte, hat die Staatsanwaltschaft nun eine Untersuchung wegen vorsätzlicher Tötung eröffnet.

Die Kapo macht auf An­frage keine Angaben zu den Verletzungen, weil die Ermittlungen gefährdet werden könnten. Wie aus dem Umfeld des Opfer zu vernehmen ist, wurde der 32-Jährige mit einem Messer oder einem ­anderen scharfen Gegenstand an Kopf, Rücken und Brust verletzt.

Eine Festnahme bestätigt

Beim Opfer handelt es sich um einen 32-jährigen Schweizer aus dem Aaretal. In Bern war er als Partyveranstalter von sogenannten After-Hour-Partys bekannt. Auf seiner Facebook-Seite gibt er an, im Nachtclub Dead End zu arbeiten. Dabei handelt es sich um das Lokal beim Henkerbrünnli, in dessen unmittelbarer Nähe der Mann gefunden wurde. Zum Nachtclub dazugehörig und im selben Haus untergebracht ist die Notschlafstelle Sleeper.

Deren Chef, Mario Stegmann, bestätigt, dass das Opfer als Türsteher im Nachtclub gearbeitet hat. Gegenüber dem «Bund» sagt er, es handle sich beim mutmasslichen Täter offenbar um einen Somalier, einen «notorischen Störenfried», der in der Vergangenheit immer wieder für Ärger gesorgt habe. «An diesen Abend wollte der Mann wieder ins Dead End, doch wir haben ihn nicht reingelassen.»

Sleeper-Chef Mario Stegmann hegt einen Verdacht. Bild: Matthias Kaeser

Das spätere Opfer sei zu der Zeit jedoch nicht als Türsteher im Einsatz gewesen. Aus unterschiedlichen Richtungen kommend, seien sich die beiden wohl zufälligerweise bei der Henkerbrünnli-Kreuzung begegnet. Dort sei es zum Streit und ­anschliessenden Handgemenge gekommen. Sein Mitarbeiter sei getaumelt und blutüberströmt liegen geblieben. Der mutmassliche Täter sei geflüchtet. Selber war Stegmann in der Nacht nicht vor Ort, die Ereignisse seien ihm von verschiedenen Personen bestätigt worden, wie die Zeitung online berichtet.

Die Polizei bestätigte am Abend auf Anfrage, dass es am Donnerstag im Verlauf des Tages eine Festnahme gab, wollte aber nicht weiter dazu Stellung nehmen. Die Ermittlungen seien im Gang.

Hohe Polizeipräsenz

Der Vorfall war am Wochenende nicht der einzige in der Gegend. Stunden zuvor musste ein 43-jähriger Algerier mit schweren Schnittverletzungen ins Spital eingeliefert werden. Ein Streit, der laut Kapo auf dem Vorplatz der Reitschule seinen Anfang nahm, endete auf der Schützenmatte blutig. Am Sonntag vermeldete die Polizei, eine un­mittelbare Lebensgefahr bestehe nicht mehr.

Am Donnerstag teilte sie allerdings mit, der Mann befinde sich in kritischem Zustand. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter vorsätzlicher Tötung. Die Täter sind noch nicht gefasst. Die Kapo fahndet nach zwei Männern. Beide sind von weisser Hautfarbe, trugen Bomberjacken und sprachen Berndeutsch. Die Kapo sucht Zeugen.

Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) ist schockiert ob den Ereignissen und spricht dem Umfeld des Opfers sein Beileid aus. Es brauche jetzt schnelle Ermittlungserfolge und eine Klärung des Tathergangs. Solange dies nicht der Fall sei, könne man keine Schlüsse ziehen. «Wir werden die Polizeipräsenz in dem ­Perimeter sicher weiter hochhalten», so Nause. Von einer No-go-Area würde er nicht sprechen, der Perimeter sei aber sicher ein Kriminalitätsschwerpunkt.

Berner Zeitung

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