Das Wandern ist des Schweizers Lust

15 der 300 Aussteller an der Ferienmesse in Bern bieten Wanderferien an. Wenn die Touristen ein anderes Land wandernd erkunden wollen, setzen sie meist auf einen spezialisierten Reiseanbieter.

Eine Frau wandert in Korsika die Küste entlang. Foto: iStock

Eine Frau wandert in Korsika die Küste entlang. Foto: iStock

Rahel Guggisberg

Wanderferien galten lange als uncool. Herr und Frau Schweizer fuhren im Sommer nach Italien oder Spanien. Dort lagen sie ein paar Tage am überfüllten Strand an der prallen Sonne. Möglichst braun gebrannt wieder nach Hause zu kommen, galt als angesagt.

«Viele Schweizerinnen und Schweizer haben genug von reinen Strandferien. Aktivitäten in der Natur werden immer beliebter. Viele wollen die Schönheit der Landschaft entdecken», sagt Bernexpo-Sprecher Adrian Erni. Wandern sei ein Sinnbild für Bodenständigkeit und Idylle geworden.

Am Donnerstag beginnt auf dem Gelände von Bernexpo die Ferienmesse. Die Durchsicht der Ausstellerliste zeigt: 15 von rund 300 Ausstellern bieten Wanderferien an. Wandern ist populär, das zeigt auch die Studie «Wandern in der Schweiz 2014» vom Verband Schweizer Wanderwege und vom Bundesamt für Strassen.

 Immer mehr Junge erkunden die Schweizer Bergwelt. Laut der Studie ist Wandern auch bei Frauen unter 30 Jahren beliebt und bleibt es in allen Altersgruppen. Männer werden häufig mit zunehmendem Alter zu Wanderern.

Laut Sibylle Schär von Schweizer Wanderwege wandert heute fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung. Das ganze Wanderwegnetz der Schweiz umfasst 65000 Kilometer. Im Vergleich zeigt sich: Das Strassennetz der Schweiz ist nur rund 10 Prozent grösser.

Wandern im Ausland

Die Wanderlustigen wollen aber längst nicht nur ihr Heimatland zu Fuss erkunden. Wanderferien im Ausland werden immer beliebter. Ein Unternehmen, das sich schon länger auf Wander­ferien im Ausland spezialisiert hat, ist Globotrek, der Wander- und Trekkingspezialist der Berner Globetrotter Group. Sprecher Michael Krähenbühl sagt: «Bei Globotrek stehen Wander- und Trekkingreisen im Ausland im Vordergrund. Uns als Veranstalter braucht es erst dort, wo es Sprachbarrieren hat.» 

Die Wege seien im Ausland nicht so gut markiert wie in der Schweiz. Darum brauche es oft einen Führer mit Bezug zur lokalen Kultur und Bevölkerung. Globotrek bietet Wanderferien auch in exotischen Ländern wie der Mongolei oder Kirgistan an. Die Wanderer lernen dort das Jurtenleben der Nomaden kennen.

Auch Reisen nach Südamerika sind ein wichtiges Standbein für Globotrek. «Zu Fuss kann der Reisende richtig in ein Land eintauchen und begegnet den Einheimischen stets auf Augenhöhe. Genau diese Begegnungen unterwegs und die intensiven Naturerlebnisse machen Wander- und Trekkingreisen so einzigartig», sagt Michael Krähenbühl.

Die Wanderspezialisten

Zu den grössten Schweizer Anbietern von Wanderferien gehört das Luzerner Reiseunternehmen Baumeler. 20 Mitarbeiter und rund 80 Reiseleiter organisieren Exkursionen in Länder, die vielen unbekannt sind. So hat der Anbieter auch schon Wanderreisen nach Turkmenistan und ­Usbekistan organisiert. Andere Reisegruppen erkundeten Nordalbanien und Kosovo.

An der Ferienmesse preist das Unternehmen nun eine Reise auf den «schönsten Wanderpfaden in Chile» an. Auf Wanderferien im Ausland setzt auch Imbach Reisen aus Luzern. «Beliebt sind die Algarve und Madeira, weil der Frühling dort bereits im Februar einsetzt», sagt Hans Wiesner von Imbach Reisen. Aufstrebende Destinationen seien die neuen Küstenwanderwege in Kroatien und Montenegro sowie Routen in Guatemala. Dies zeigt: Das Wandern ist des Schweizers Lust. Und dies weltweit.

Berner Zeitung

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