Das Vreneli wird digital

Guggisberg

Das Vreneli-Museum in Guggisberg erfasst seinen Bestand nun digital. Bereits 598 Gegenstände sind registriert, die Arbeit ist jedoch noch lange nicht zu Ende.

Vieles erfasst: Johannes Josi und Therese Aebischer.

Vieles erfasst: Johannes Josi und Therese Aebischer.

(Bild: Urs Baumann)

Am Anfang war eine Liste. Um einen Überblick über den Bestand des Vreneli-Museums zu erhalten, wurden auf Papier laufend alle Gegenstände aufgeschrieben. Doch bald einmal erwies sich diese Methode als wenig effizient, und so machte sich ein Team um Projektleiter Johannes Josi daran, eine Alternative zu finden, die es im Computerprogramm «CultArt» schliesslich fand.

Seit November letzten Jahres traf sich das Erfassungsteam, bestehend aus Josi sowie Therese Aebischer und Margrit Mischler, Mitglieder des Vereins Vreneli-Museum, regelmässig. Sie brachten systematisch Ordnung in die vielseitige und grosse Sammlung, die der ehemalige Gemeindeschreiber und Zivilstandsbeamte Guggisbergs, Ernst W. Stalder, über viele Jahre zusammengetragen hatte.

Sie nummerierten die Gegenstände, machten Fotos und versahen sie mit Stichworten und einer Beschreibung. Am Anfang sei das gar nicht so einfach gewesen, erzählt Aebischer, und sie hätten an einem Nachmittag nur 30 bis 40 Gegenstände erfasst.

Mit der Zeit jedoch wurden die drei eingespielter und arbeiteten schneller. Dabei schreckte sie auch die Kälte nicht ab, die während der Wintermonate im Vreneli-Museum herrschte. Vielmehr mussten sie ihr Projekt während dieser Zeit vorantreiben. Während der Sommermonate bleibt jeweils nur wenig Zeit dafür, da viele Leute das Museum besuchen wollen.

Etwa 200 Arbeitsstunden investierten sie in den letzten Monaten. «Wir erlebten schon die eine oder andere Überraschung», sagt Aebischer und erzählt von einem Schrank, bei dem beim Öffnen noch weitere Gegenstände zum Vorschein gekommen seien, mit welchen sie gar nicht gerechnet hätte.

Zettelchen entziffern

Nicht immer wussten die drei, was sie vor sich hatten. Stalder versah zwar viele seiner Gegenstände mit kleinen Zettelchen, auf denen er sie beschrieb und manchmal sogar den Kontext erläuterte, wann, wo und von wem er etwas erhalten hatte, vollständig lesbar war die kraxlige Schrift indes nicht immer. Manchmal war den Erfassern auch ein Begriff schlicht unbekannt. Was die Funktion einer «Anraucherpfeife» sein soll, wissen sie zumindest bis heute nicht.

Noch viel zu entdecken

Stalders Sammlung erzählt Geschichten, und noch längst ist nicht jede gefunden. 598 Gegenstände sind mittlerweile in der Datenbank vermerkt. «Was momentan erfassbar ist, haben wir erfasst», sagt Josi. Es gebe allerdings noch vieles zu entdecken. Noch ist das Programm nur intern abrufbar, aber bereits im nächsten Jahr könnte der Bestand des Vreneli-Museums online einsehbar werden.

Zudem überlegt sich das Team noch, wie die zahlreichen Bücher, Zeitungsartikel und Karteikarten ins System aufgenommen werden könnten. Josi kann sich diesbezüglich auch eine Zusammenarbeit mit anderen Museen vorstellen, die Tipps geben, wie solche Gegenstände inventarisiert werden könnten. Das Vreneli-Museum will deshalb dem Bernischen Museumsverein beitreten.

«Ich bin sehr gespannt, was noch alles zum Vorschein kommt», sagt Aebischer und verrät, dass sie auch angefangen hat, jedes Zettelchen zu behalten. Man weiss ja nie. Zukünftige Inventarmacher werden vielleicht dankbar sein.

Berner Zeitung

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