Das Volk sagt Ja zum Kindergarten Schlossgasse

Schwarzenburg

Ein Neubau für Kindergarten und Tagesschule – die Gemeindeversammlung Schwarzenburg hat dafür 3,45 Millionen Franken gesprochen. Dies nach einer epischen Diskussion.

Ein Modell des geplanten Neubaus.

Ein Modell des geplanten Neubaus.

(Bild: zvg)

Mit dem Bau eines Doppelkindergartens neben dem Schulhaus Schlossgasse, der auch der Tagesschule dient, soll in Schwarzenburg der Schulraumbedarf gedeckt werden. Das Gebäude wäre am richtigen Ort und würde den Bedarf für zehn Jahre decken, sagte Gemeinderat Daniel Schmied (SVP) am Montag. Der Gemeindeversammlung wurde ein Kreditantrag von 3,45 Millionen Franken vorgelegt.

Kritik aus Albligen

Bewohner von Albligen kritisierten die Zentralisierung, die sich immer mehr abzeichne. Sie ermahnten den Gemeinderat, dass es noch zwei leere Schulhäuser gebe, in Zumholz sogar mit einer Turnhalle. «Schulhäuser zu verkaufen, um eines zu bauen», fand ein Votant seltsam. Ein anderer sagte, man solle bestehende Infrastruktur ausschöpfen, statt viel Geld auszugeben. Es folgten ein Rückweisungsantrag und der Vorwurf, das Projekt sei nicht durchdacht.

Schmied antwortete, dass die Schulraumplanung nichts mit Zentralisierung zu tun habe. «Wir fahren wenige Kinder von kleinen Orten ins Dorf, wo viele Kinder leben.» So brauche es weniger Transporte, als wenn Kinder in Aussenschulen transportiert würden. Aus Albligen kommen nächstes Jahr zwei bis drei Kinder, aus Zumholz nur eines.

Dem Bau müssen Schrebergärten weichen. Der Gemeinderat hält Ausschau nach einem Ersatzstandort, ebenfalls für die Schulsternwarte. Deren Leiter Erich Lager erklärte: «Viele Leute aus der ganzen Schweiz haben dem Gemeinderat besorgte Briefe geschrieben, dass im Naturpark eine Sternwarte verschwinden soll, in einem der dunkelsten Gebiete der Schweiz.» Lager kritisierte: «Es braucht ein Schulhaus, aber uns hat man vergessen, wir wurden nie offiziell orientiert.» Gemeinderat Andreas Kehrli (FDP) betonte, dass man daran interessiert sei, die Sternwarte zu erhalten. «Wir suchen einen Standort und sind zuversichtlich, einen zu finden», versprach er.

Lange Diskussion

Nach eineinhalb Stunden Diskussion beantragte eine Frau Redezeitbeschränkung von drei Minuten für Zweit- und Drittvoten. Einen weiteren Antrag stellte Thomas Kreuter, Architekt und Präsident des Gewerbevereins. Der Gemeinderat solle sicherstellen, dass für den Neubau Holz aus der «Holzkammer Gantrisch» verwendet werde. Beide Anträge wurden gutgeheissen.

Bei der Schlussabstimmung wurde der Rückweisungsantrag abgelehnt. Den 3,45-Millionen-Franken-Kredit nahm die Versammlung mit 213 Ja an. 31 Personen stimmten Nein.

Berner Zeitung

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