Das Trottoir nur für Velofahrer

Köniz

Immer wieder benutzen Fussgänger den Velostreifen an der Muhlernstrasse in Köniz. Das ist eigentlich verboten. Nun montiert der Kanton Verbotsschilder.

Dieses Trottoir ist eigentlich nur für die Velofahrer reserviert.

Dieses Trottoir ist eigentlich nur für die Velofahrer reserviert.

(Bild: Raphael Moser)

Ein Radweg, der auch aussieht wie ein Gehweg, sorgt in der Gemeinde Köniz für Verwirrung. An der Muhlernstrasse zwischen Köniz und Schliern verläuft scheinbar auf beiden Seiten ein normales Trottoir. Das hangaufwärts verlaufende Trottoir ist als Radweg gekennzeichnet und für Fussgänger damit tabu. Trotzdem wird dieses immer wieder als Gehweg benutzt. So kommt es auf der schmalen Verkehrsfläche zu einem Durcheinander zwischen Zweirädern und Zweibeinern.

Radfahrer sind im Recht

Der Könizer Gemeinderat Christian Burren (SVP) kennt das Problem und sagt: «Wenn Velofahrer mit der Klingel auf sich aufmerksam machen, kassieren sie oft schiefe Blicke von den Fussgängern.» Doch die Radfahrer sind im Recht. Laut Gesetz müssen die Fussgänger das Trottoir auf der anderen Strassenseite nutzen. Weil sich die meisten Fussgänger dessen nicht bewusst sind, schaffen Gemeinde und Kanton jetzt Klarheit.

Das Tiefbauamt des Kantons verfügt auf dem Radweg neu ein explizites Fussgängerverbot. «Es geht aber nicht darum, Bussen zu verteilen, sondern die bestehende Regelung zu kennzeichnen», erklärt Burren. Durch die neuen Verbotsschilder wird den Passanten die Gesetzeslage verdeutlicht.

Für die Radfahrer ändert sich derweil nichts. Die Velospur von Schliern nach Köniz verläuft weiterhin auf der Busspur, und der Veloweg in der umgekehrten Richtung bleibt einspurig. An der Bushaltestelle Sandwürfi Friedhof gibt es laut dem Gemeinderat ebenfalls keine Einschränkung. Der Wartebereich auf der Seite des Radwegs ist mit einem Geländer klar abgetrennt. Um dem Behindertengleichstellungsgesetz gerecht zu werden, muss der Kanton den Halt sowieso bald barrierefrei umbauen.

Apropos Bussen für Fussgänger: Wer zu Fuss auf dem Radweg erwischt worden ist, dem drohte bis jetzt eine Busse von zehn Franken. Durch das Verbot verdoppelt sich der allfällige Bussbetrag für Unbelehrbare auf eine Zwanzigernote. Wohlgemerkt der Höchstbetrag bei Ordnungsbussen für Fussgänger. Wer mit diesen neuen Verbotstafeln nicht leben kann, hat noch einen Monat Zeit zur Beschwerde beim Kanton Bern.

Berner Zeitung

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