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Das Spitex-Modell, das klappt

Anders als ihr Berner Pendant ist die Spitex Oberaargau Land als Genossenschaft erfolgreich. Der Grund: Als Mitglieder haben hier fast ausschliesslich die Gemeinden das Sagen.

Im Oberaargau funktioniert das Genossenschaftsmodell der Spitex. Genossenschafter darf werden, wer auch ein Interesse am Funktionieren der Organisation hat.
Im Oberaargau funktioniert das Genossenschaftsmodell der Spitex. Genossenschafter darf werden, wer auch ein Interesse am Funktionieren der Organisation hat.
Gaetan Bally, Keystone

Die Probleme bei der Spitex Bern werfen ein schlechtes Licht auf die Genossenschaft. Genossenschafter sind gleichzeitig Eigentümer des Unternehmens. Selbsthilfe und demokratische Mitbestimmung stehen im Vordergrund.

Bei der Spitex Bern sind aber viele Genossenschaftsscheine in den Händen von unbeteiligten Privatpersonen. Die Folge: Die un­interessierten Genossenschafter haben bei den Entscheidungen der Spitex-Spitze zu wenig genau hingeschaut. Und selbst Interessierte wie die Gemeinden Bern und Kehrsatz können keinen Einfluss nehmen, weil ihre Stimme wie die der anderen Genossenschafter nur einfach zählt.

Doch diese unbefriedigende Situation aus ohnmächtiger Basis und allmächtiger Führung ist nicht zwangsläufig eine Folge des Modells. Ein Blick Richtung Oberaargau zeigt, dass eine Spi­tex-Organisation sehr wohl als Genossenschaft erfolgreich unterwegs sein kann.

Gemeinden sind Eigentümer

Anfang 2017 haben sich die ehemaligen Spitex-Organisationen Buchsi-Oenz und Aarwangen, Schwarzhäusern sowie Bannwil zur Spitex-Genossenschaft Oberaargau Land zusammengeschlossen. Doch anders als bei der Spitex Bern wurde in diesem Fall das Genossenschaftsprinzip gewahrt.

Heisst: Genossenschafter dürfen gemäss Statuten nur diejenigen werden, welche auch am Funktionieren der Spitex Oberaargau Land Interesse haben und Anteil nehmen. Das können auch Körperschaften wie Alters- und Pflegeinstitute sein. In erster Linie sind damit aber die Gemeinden gemeint.

Stimmrechte und Kontrolle der Führung der Spi­texorganisation liegen deshalb primär in ihren Händen. Privatpersonen können nur Mitglied werden, wenn sie dem Verwaltungsrat angehören.

Nicht nur grössere Gemeinden wie Herzogenbuchsee haben diesen Vorteil erkannt. «Wir haben im ersten Jahr alle Gemeinden im Einzugsgebiet unserer Spitex-Genossenschaft angeschrieben», sagt Präsident Bernhard Lippuner. «Von 13 Gemeinden haben 12, ohne zu zögern, den Beitritt erklärt.»

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