Das sind die erstaunlichsten Fakten zur YB-Meistersause

Bern

Mehr als eine halbe Million Fernsehzuschauer, glückliche Bierverkäufer und ein lädierter Rasen im Stade de Suisse: Hier kommt die Bilanz der Berner Freinacht.

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Florine Schönmann
Christian Häderli@ChriguHaederli

Die Stadt war voll mit Ghüder

Die feiernden YB-Fans verursachten viel Abfall – sowohl im Stadion als auch in der Stadt. Bild: Manuel Zingg

Wo kräftig gefeiert und getrunken wird, da fällt viel Abfall an: 3,5 Tonnen mehr Ghüder als an einem normalen Wochenende mussten die Putzequipen am Morgen nach der Meisterfeier aufräumen. Es handelte sich wenig überraschend vor allem um viele Flaschen, Dosen und Scherben, teilt das Tiefbauamt der Stadt Bern auf Anfrage mit.

Wie jeden Sonntagmorgen standen 1elf Mitarbeiter im Einsatz, einzig in den Aussenquartieren wurden zur Unterstützung weitere vier Leute aufgeboten, die eigens wegen des YB-Meistertitels ausrückten.

Eine halbe Million Zuschauer vor den Fernsehern

Diesen Moment verfolgte mehr als eine halbe Million Fernsehzuschauer: Das entscheidende YB-Tor und die bangen Momente vor dem Schlusspfiff. Video: SRF/Tamedia

Das Spiel am historischen YB-Abend lockte nicht nur tausende Fans ins Stadion, sondern auch vor den Fernseher: SRF teilt auf Anfrage mit, dass durchschnittlich 337'000 Fussballfans den Match am Bildschirm verfolgt haben, dies entspricht einem Marktanteil von 30,5 Prozent. Den Spitzenwert gab es kurz vor dem Schlusspfiff, als 554'000 Personen zugeschaltet waren (Marktanteil: 38,8 Prozent).

In der Halbzeitpause stieg der Wasserverbrauch markant an

Wer Bier trinkt, kennt das Problem: Irgendwann beginnt die Blase zu drücken. Bild: iStock

Zur Halbzeitpause deutete noch nichts auf einen YB-Sieg gegen den FC Luzern hin: Es stand nach wie vor 0:0. Wie auch immer: Vielen Zuschauern kam die Pause gelegen, sie nutzten die 15 Minuten, um sich auf der Toilette zu erleichtern. Dies zeigt eine Grafik, die von Energie Wasser Bern eruiert wurde: Während der Halbzeitpause stieg der Wasserverbrauch in der Stadt Bern signifikant an – um rund 5000 Liter pro Minute. «Der Anstieg ist sicherlich auf die Halbzeitpause des Spiels zurückzuführen», sagt Raphaël Wyss, Medienverantwortlicher bei Energie Wasser Bern.

Die Grafik zeigt den Wasserverbrauch der Stadt Bern am Samstag, 28. April 2018. Kurz nach 19.45 Uhr – während der Halbzeitpause – ist ein signifikanter Anstieg des Wasserverbrauchs festzustellen. Dann suchten viele YB-Fans die Toilette auf. Klicken Sie auf die Grafik, um diese zu vergrössern. Grafik: zvg/EWB

Der Rasen muss nicht ausgewechselt werden

Der Rasen im Stade de Suisse braucht derzeit besonders viel Pflege: So sah es im Stadion am Montagvormittag aus. Video: Twitter/@BSC_YB

Einer der Hauptakteure dürfte noch ein paar Tage brauchen, um sich von den Folgen der Meisternacht zu erholen: der Kunstrasen. Ihm sieht man die Folgen der unzähligen Pyros, Stumpen und tanzenden Füssen an. «Momentan ist putzen, flicken und ausbessern angesagt», erzählt YB-Platzwart Michiel van der Tuin.

Um die Brandlöcher herum würden 20-Zentimeter-Rasenstücke herausgeschnitten und danach neue eingeleimt. Insgesamt um die 50 solcher beschädigten Stellen weise der Rasen auf, bestätigt YB-Sprecher Albert Staudenmann. Die gute Nachricht: «Er hat zwar einen Kater, wie andere Bernerinnen und Berner nach dieser Wahnsinns-Party vermutlich auch. Aber ersetzt werden müssen nur kleine Einzelstücke.» Die Fachleute von YB seien nun daran, gemeinsam mit Mitarbeitern der Sportplatzfirma Bächler + Güttinger den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen.

«Beim Heimspiel gegen Lugano in knapp zwei Wochen wird er wieder tadellos sein», versichert YB-Sprecher Staudenmann. Via Facebook wendet sich der Club an die Souvenirjäger dieser denkwürdigen Nacht. YB fordert sie auf, erbeutete Andenken wie Eckfahnen oder Softbanden doch im Tausch gegen ein Meister-Shirt zurückzubringen, falls es Zuhause dafür zu eng sei.

Das Bier floss in rauen Mengen

YB-Goalie Marco Wölfli gönnte sich nach dem Spiel ein paar Bier – tausende Fans taten es ihm gleich. Bild: Keystone

Für die Bierbrauer war das Wochenende in Bern äusserst lukrativ: «Wir gehen davon aus, dass im Stade de Suisse am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag 70'000 Liter Bier konsumiert wurden», sagt Gabriela Gerber, Mediensprecherin der Feldschlösschen AG.

Auch die Berner Brauerei Felsenau profitierte von der Meister-Party. Zwar durfte diese im Stade de Suisse kein Bier verkaufen, setzte aber auf dem Quartierplatz vor dem Stadion, im Breitenrain und in der Innenstadt «mehrere tausend Liter» ab, wie Verkaufsleiter Pierre Dubler bestätigt. Die Besucher der Turnhalle im Progr hätten «den Vogel abgeschossen», so Dubler weiter.

Ungefähr 500 Leute haben das Fussballspiel auf Grossleinwand in der Turnhalle geschaut – und dabei fast alle Biervorräte leergetrunken. «Ende letzte Woche haben wir die Biervorräte im Progr aufgefüllt», so Dubler. «Normalerweise reicht das für drei Wochen – wegen der YB-Nacht müssen wir diese Woche bereits wieder nachtanken.» Acht Wochen Vorlauf brauchte die Brauerei Felsenau, um für die Meisternacht mehr Bier zu brauen.

Massenhaft Menschen in der Stadt

Kurz nach 1 Uhr tummelten sich in der Nacht auf Sonntag in der Berner Innenstadt (auf dem Bild: der Bärenplatz) tausende Leute. Bild: Wolf Röcken

Eines steht fest: In der Nacht auf Sonntag waren sehr, sehr viele Menschen in der Berner Innenstadt und feierten den Meistertitel der Young Boys ausgelassen, friedlich und feuchtfröhlich. Doch: Wie viele Leute waren es tatsächlich, die in Berns Gassen feierten? Die Kantonspolizei Bern kommuniziert keine Schätzungen.

Man kann jedoch davon ausgehen, dass die allermeisten YB-Fans, die das entscheidende Spiel im Stadion verfolgt hatten, anschliessend auch in der Stadt anzutreffen waren. Das Stadion war restlos ausverkauft – also waren 31'120 Fussballfans im Stadion. Zwar dürften sich einige wenige Anhänger des FC Luzern nicht an der YB-Meisterfeier beteiligt haben. Diese werden wohl aber locker durch all die Fans kompensiert, die sich das Spiel zuhause oder in der Stadt im Fernsehen angesehen und anschliessend an den Feierlichkeiten teilgenommen hatten.

Da war es schon 4 Uhr in der Früh: Fans singen auf dem Kornhausplatz zusammen mit einem Strassenmusiker «Don't Look Back In Anger» von Oasis.

Schnelle Berner

Hoarau & Co. schafften immerhin die drittschnellste Meisterentscheidung in der Geschichte der Swiss Football League. Bild: Keystone

Der BSC Young Boys legte die drittschnellste Meister-Entscheidung in der Geschichte der Swiss Football League (seit 2003) hin. Nur der FC Basel war zweimal noch schneller, und zwar in den Saisons 15/16 und 16/17.

20'000 BZ-Extrablätter

Wurden nach der YB-Sensation im Stade de Suisse verteilt: Die BZ-Extrablätter. Bild: Florine Schönmann

Bis jetzt wurden rund 20'000 Exemplare des BZ-Extrablatts zum Meistertitel verteilt. Wer noch keines ergattert hat, kann am Empfang der Redaktion am Dammweg 9 in Bern vorbeikommen und sich sein Gratis-Extrablatt sichern. Die restlichen Exemplare werden an der offiziellen Meisterfeier verteilt. Wer das Extrablatt lieber digital möchte: Das PDF dazu kann hier heruntergeladen werden.

YB-Fanartikel gehen weg wie warme Weggli

Trikots und Schals verkaufen sich am Besten: Der YB-Fanshop wird in der laufenden Saison wohl einen neuen Umsatzrekord aufstellen. Bild: Raphael Moser

«Derzeit werden wir von Bestellungen nur so überrannt, der Ansturm auf die Meisterartikel ist riesig»: Diese Meldung erhält, wer derzeit die Website des YB-Fanshops aufrufen möchte. Die Konsequenz: Aus logistischen Gründen sind im Meistershop derzeit nur die Trikots und Meisterartikel aufgeschaltet. Das komplette YB-Sortiment kann aber weiterhin im YB-Fanshop im Wankdorf-Center und an den Heimspielen bezogen werden.

«Gerade die Nachfrage nach Trikots und Schals hat in den letzten Wochen massiv zugenommen», sagte Marc Schmidt, Verantwortlicher für den Vertrieb von Fanartikeln, am Sonntag gegenüber dieser Zeitung. Sie liegt deutlich über derjenigen der Vorjahre.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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