Bern

Das Pferdezentrum bangt und hofft

BernDer Springgarten im Breitenrain soll dem urbanen Wachstum geopfert werden. Sollte das Areal wie geplant überbaut werden, müsste auch das Nationale Pferdezentrum umziehen.

Auf Teilen der Aussenanlagen des NPZ plant die Stadt einen Park. Der restliche Teil ist eingezontes Bauland, auf dem Wohnungen gebauten werden könnten.

Auf Teilen der Aussenanlagen des NPZ plant die Stadt einen Park. Der restliche Teil ist eingezontes Bauland, auf dem Wohnungen gebauten werden könnten. Bild: Raphael Moser

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Das Nationale Pferdezentrum (NPZ) mit Sitz im hinteren Breitenrainquartier steht vor ungewissen Zeiten. Denn die Stadt Bern plant, auf einem Teil der Aussenanlage der Rösseler einen öffentlichen Park zu errichten.

Dies ging aus dem Freiraumkonzept hervor, das die Stadt Ende März veröffentlichte. Doch nicht nur das: Schon seit geraumer Zeit ist die rest­liche Fläche des sogenannten Springgartens eingezontes Bauland, wo dereinst auch Wohnungen entstehen sollen.

Nun äussert sich erstmals das Pferdezentrum zu den Plänen. «Sollte die Aussenanlage überbaut werden, können wir nicht mehr an diesem Standort bleiben», sagt NPZ-Betriebsleiterin Salome Wägeli auf Anfrage. «Wir sind auf die Fläche angewiesen, damit die Pferde genug Auslauf haben.»

Unter Denkmalschutz

Stadtplaner Mark Werren meinte im März gegenüber dieser Zeitung: «Wir sind bei der Planung auf den Goodwill des Pferdezen­trums angewiesen.» Will heissen: Idealerweise sucht das Zentrum von sich aus nach einem Ersatzstandort. So weit ist man beim NPZ aber noch nicht. Salome Wägeli findet es schwierig, in Bern einen valablen Ersatzstandort zu finden.

Denn nebst der rund 100'000 Quadratmeter grossen Aussenanlage wären da noch die denkmalgeschützten Stallungen und Reithallen für 250 Pferde. Diese sind zwar von den Bauplänen der Stadt nicht betroffen, aber ein Pferdezentrum ohne Auslauffläche sei nicht möglich, meint Salome Wägeli.

Seit 1997 gibt es das genossenschaftlich organisierte Nationale Pferdezentrum. Genossenschafter sind unter anderem Stadt und Kanton Bern. Auf dem Platz Bern hat die Förderung des Pferdesports jedoch bereits eine 120-jährige Tradition.

Platz für 400 Wohnungen

Hauptkunde bei der Pferdeausbildung ist nach wie vor die Armee. Der Dienstleistungsauftrag fürs Militär könnte bei einer Überbauung nicht mehr erfüllt werden. Auch verschiedene Reitvereine müssten wohl oder übel einen Ersatzstandort finden. Dies geht aus einer Stellungnahme des Gemeinderates hervor. Es war eine Antwort auf eine kleine Anfrage des SVP-Stadtrates Alexander Feuz. Dieser macht sich stark für den Verbleib der Rösseler am Standort im Breitenrain.

Feuz wollte von der Regierung wissen, ob es wirklich notwendig sei, den Springgarten zu überbauen, obwohl die Stadt bereits mehrere grosse Bauprojekte, wie etwa auf dem Viererfeld oder dem Gaswerkareal, vorantreibe. Laut Stadtentwicklungskonzept rechnet Bern bis 2030 mit einem Bevölkerungszuwachs von 17'000 Personen.

8500 neue Wohnungen will die Stadt deshalb aus dem Boden stampfen. Die derzeit bewilligten Überbauungen decken aber bloss den Bedarf von 3000 Wohnungen ab. Deshalb muss die Stadt weitersuchen. Laut Gemeinderat wär auf dem Areal des Springgartens der Bau von 400 Wohnungen möglich.

Die Hoffnung bleibt

«Uns ist durchaus bekannt, dass der Grossteil des Springgartens schon seit längerer Zeit als Bauland eingezont ist», sagt Salome Wägeli. Von der Grundbesitzerin, der Burgergemeinde Bern, seien aber in letzter Zeit keine Absichten geäussert worden, dort in naher Zukunft zu bauen. So tönte es im März auch bei der Burgergemeinde. Von einem Entscheid in dieser Hinsicht sei man noch «weit entfernt», hiess es damals. Auch die Stadt betont stets, dass die Pläne noch wenig konkret seien – mehr Idee also als spruch­reifes Projekt.

Darum ist man beim NPZ noch nicht in Panik verfallen. «Wir werden uns sicher noch mit der Stadt als Planerin und der Burgergemeinde als Grundeigentümerin austauschen», so Salome Wägeli. «Wir vertrauen dabei auch auf die Burgergemeinde als unseren langjährigen und treuen Partner, dass wir für alle eine ­befriedigende Lösung finden», meint die NPZ-Leiterin abschliessend. Für sie hiesse das, dass das Pferdezentrum trotz langfristigen Bauplänen an seinem heutigen Standort bleiben kann. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.05.2018, 07:11 Uhr

NPZ-Leiterin Salome Wägeli. (Bild: PD)

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