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Das Marzili kann man jetzt auch «dampfen»

Olivier von Kaenel entwickelt und produziert Liquide für E-Zigaretten. Für seine neuste Mischung wählte er einen Namen, den alle Berner mit Sommer verbinden.

Olivier von Kaenel «dampft» seine neuste Mischung, die er nach Berns Bade-Wahrzeichen benannt hat.
Olivier von Kaenel «dampft» seine neuste Mischung, die er nach Berns Bade-Wahrzeichen benannt hat.

Der Laden an der Kramgasse 78 erinnert an eine Mischung aus Apotheke und Fachhandel für technische Spielwaren. Dutzende kleine Fläschchen reihen sich an handgrosse Hightech-Geräte. Seit Mai dieses Jahres betreibt die «Dampfqueen», mit Hauptsitz in Burgdorf, diese Filiale.

In der dazugehörigen Lounge sitzt Olivier von Kaenel und zieht an seiner E-Zigarette. Ein fruchtig-süsser Dunst dampft hoch an die Decke. Aprikosen, Blutorange, Holunderblüten: Das sind die Hauptaromen von Oliviers von Kaenels neustem Wurf. Nach wochenlangen Mischen und Pröbeln im Labor wird «Marzili» ab Samstag hier im Laden erhältlich sein.

«Prägnant und Berndeutsch»

Wie das Liquid zu diesem Namen gelangte, verlief ähnlich, wie die Suche nach der Essenz selbst. «Ich setze mir vor dem Mischen jeweils nie ein Ziel, sondern probiere einfach aus», sagt von Kaenel. Zeit und Inspiration brauchte es auch bei der Namenswahl. Ansätze kamen und wurden wieder verworfen.

«Schlussendlich suchte ich nach einem Namen, der kurz, prägnant und Berndeutsch war», sagt von Känel. Sommerliche Frische sollte er zudem vermitteln. Ein Gefühl, das der gebürtige Burgdorfer immer wieder beim Baden im Berner Marzili vorfindet. Da war plötzlich alles klar.

Wie jedes Liquid in der Schweiz ist «Marzili» nicht mir Nikotin versehen. Wer in seiner E-Zigarette Nikotin will, muss dieses selbst aus dem Ausland importieren. Das ist zwar problemlos und ohne legale Schranken möglich, aber doch etwas umständlich.

Die Szene wächst

In Grossbritannien zum Beispiel werden Raucher aktiv ermuntert von der Zigarette auf die E-Zigarette umzusteigen. Im Vergleich zum Rauchen bewegen sich die Schadstoffe beim Dampfen im Tausendstelbereich. In anderen europäischen Ländern wehrte sich die Raucherlobby bisher erfolgreich gegen die gesündere Alternative.

Dennoch wächst die Dampfer-Szene auch in der Schweiz kontinuierlich. «Die grosse Mehrheit unserer Neukunden sind Raucher, die aufhören wollen», sagt Silvio Negro von der Berner Dampfqueen Filiale. Er wie auch von Kaenel sind vor Jahren vom Glimmstängel auf die E-Zigarette umgestiegen.

Dampfen ist für sie heute kein Laster sondern ein Hobby. Der harte Kern der Schweizer Szene trifft sich regelmässig zu sogenannten Dampfer-Stammtischen. Dort wird über die neusten Entwicklungen philosophiert.

Ein Hobby ist für Olivier von Kaenel auch das Mischen von neuen Liquids. «Davon leben könnte ich noch nicht», sagt der gelernte Schlosser, der heute als Werkstattleiter arbeitet. Da müssten wohl noch zahlreiche weitere Raucher dem Glimmstängel abschwören und zur E-Zigarette wechseln.

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