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«Das Manifest wollte Frieden schaffen»

Am Samstag vor 100 Jahren begann die Zimmerwalder Konferenz, an der auch die späteren Revolutionäre Lenin und Trotzki teilnahmen. Julia Richers, Historikerin der Uni Bern, betont die Friedensbemühungen des Treffens.

Julia Richers, Professorin an der Uni Bern, hat über die Zimmerwalder Konferenz geforscht. «Es ist ein Fehlurteil, zu glauben, die Konferenz habe wenig mit der Schweiz zu tun», sagt sie.
Julia Richers, Professorin an der Uni Bern, hat über die Zimmerwalder Konferenz geforscht. «Es ist ein Fehlurteil, zu glauben, die Konferenz habe wenig mit der Schweiz zu tun», sagt sie.
Georgio Kefalas

In der Schweiz kennt jedes Kind die Schlacht am Morgarten. Die Zimmerwalder Konferenz fand 600 Jahre später statt, ist aber nicht ins Bewusstsein der Bevölkerung eingegangen. Warum?

Julia Richers: Das hat stark mit der Kultur zu tun, wie man sich an das Ereignis erinnerte. Für eine Konferenz von Sozialisten fehlte das Verständnis. Es wurde kein Unterschied gemacht zwischen Sozialdemokraten, Bolschewiken, Kommunisten. Zudem hatte man das Gefühl, die Konferenz habe wenig mit der Schweiz zu tun gehabt. Das ist aber ein Fehlurteil. Es wurde ausgeblendet, dass damals Persönlichkeiten aus ganz Europa vertreten waren – darunter auch der aus der Schweiz stammende Organisator Robert Grimm und weitere Sozialdemokraten.

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