Das liebste Haustier der Berner heisst Luna und macht miau

Gibt es in der Stadt Bern mehr Hunde oder Katzen? Und welcher Name ist bei den Tierbesitzern besonders beliebt? Ein Blick in die kantonale Datenbank der Identitas AG gibt Aufschluss.

Die Haustierstatistik der Stadt Bern

Die Haustierstatistik der Stadt Bern

(Bild: Grafik sgb)

Sheila Matti

Ein kleiner Piks, und schon ist es vollbracht – die Registration eines Tieres dauert nur wenige Sekunden: Mit einer Spezialspritze platziert der Tierarzt den reiskorngrossen Mikrochip auf der linken Halsseite unter die Haut des Tieres. Auf dem Chip sind alle wichtigen Daten wie ­Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Rasse und Angaben zum Tierhalter gespeichert.

Die Angaben landen in der Datenbank der Identitas AG, dem kantonalen Unternehmen für die Registrierung und Rückverfolgung von Nutz- und Heimtieren.Der Vorteil: Wenn ein Haustier verloren geht und von einem Unbekannten gefunden wird, kann dieser über den Tierarzt herausfinden, wer der rechtmässige Besitzer ist. Insgesamt 8807 Tiere wurden in der Stadt Bern und den angrenzenden Gemeinden – etwa Köniz, Hinterkappelen, Ittigen oder Ostermundigen – auf diese Weise erfasst.

Tatsächliche Zahl: Unbekannt

Spitzenreiter sind die Katzen: Über 5500 von ihnen leben laut Identitas in der Region Bern. Damit sind sie dem besten Freund des Menschen zumindest zahlenmässig überlegen: Rund 3500 Hunde wurden registriert. Rechnet man dies auf die Anzahl Stadtbewohner um, zeigt sich: Auf 100 Bernerinnen und Berner kommen rund 4 Katzen und 2 Hunde. Damit ist Bern hundefreundlicher als Zürich: Gemäss einer ähnlichen Statistik des Zürcher «Tages-Anzeigers» leben dort 1,7 Hunde pro 100 Anwohner.

Wie gross die Differenz zwischen Hunden und Katzen tatsächlich ist, lässt sich aber nicht genau sagen. Denn während für Hunde bereits seit 2007 eine Registrierungspflicht gilt, ist es den restlichen Tierbesitzern selbst überlassen, ob sie ihre Lieblinge mit einem Mikrochip ausstatten. «Dunkelziffern über die tatsächliche Katzenpopulation führen wir nicht», sagt Sonja Bähler, Mediensprecherin der Identitas AG. Auch der Kantonstierarzt kann darüber keine Auskunft geben.

Innenstadt am dichtesten

In den kantonalen Registern kommen nicht nur Hunde und Katzen vor, auch andere Haustiere können auf Wunsch registriert werden. In der Stadt Bern fallen diese jedoch spärlich aus: Identitas hat in ihrem System nur 50 andersartige Haustiere regis­triert. Beinahe die Hälfte davon sind Schildkröten, hauptsächlich griechische Landschildkröten. Hinzu kommen 10 Marder, mehrheitlich europäische Frettchen. Auch ein Papagei – genauer ein Orangenhaubenkakadu – trägt einen Mikrochip.

Identitas kann auch Aufschluss darüber geben, wie viele Haustiere in welchem Stadtteil beheimatet sind: Mit insgesamt 2020 Vierbeinern sind im Westens Berns, im Stadtteil VI, am meisten Tiere registriert. Dieser ist jedoch flächenmässig auch der grösste Stadtteil. Tatsächlich trügt der Schein. Geht man nämlich nach der Dichte der Tiere – rechnet also das Verhältnis von Fläche und Anzahl Tieren aus – belegt der Berner Westen sogar den letzten Platz; pro Quadratkilometer leben in Bümpliz-Oberbottigen nur rund 100 Tiere. Am dichtesten besiedelt ist hingegen die Innenstadt: Rund 450 Tiere kommen dort auf einen Quadratkilometer.

Luna, Pfnüdi und d Csilla

Wenig einfallsreich scheinen die Berner bei der Namensgebung zu sein. Sowohl bei den Katzen als auch bei den Hunden lautet der beliebteste Name Luna. Weitere Klassiker wie Rocky, Lucky, Max oder Leo stehen ebenfalls auf den Listen. Sonja Bähler kann aber auch eine Liste mit ungewöhnlichen Namen liefern: Ein Hund etwa wird mit «Very Special Teddybear of Beautyflake» herbeigerufen. Weitere englische Ausdrücke wie «Song of the South» oder «Sorry I’m Ginger» sind ebenfalls vertreten.

Auch schweizerdeutsche Namen wie Lärmi, Pfnüdi und Stägefässli tragen die Berner Haustiere. Und schliesslich gibt es da noch eine besonders patriotische Hündin: «D Csilla vom Zeitglockenturm».

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