Das lange Netz wird noch länger

Guggisberg

Die Gemeinde Guggisberg übernimmt von zwei Ge­nossenschaften zwei Strassen. Damit wird das ohnehin lange Strassennetz um 6,3 Kilometer länger. Und die Sanierungskosten steigen auch.

«Die Sanierungen werden in den Investitionsplan der Gemeinde aufgenommen und dann etappenweise realisiert», so der zuständige Gemeinderat Niklaus Köpplin.

«Die Sanierungen werden in den Investitionsplan der Gemeinde aufgenommen und dann etappenweise realisiert», so der zuständige Gemeinderat Niklaus Köpplin.

(Bild: Stefan Anderegg)

Flächenmässig ist Guggisberg mit 54,8 Quadratkilometern eine der grössten Gemeinden des Gantrischgebiets. Mit 1539 Einwohnern ist die Gemeinde eher klein, gute Steuerzahler sind rar, deshalb ist die Steueranlage mit 1,99 Einheiten auch eine der höchsten im Kanton.

Die Infrastrukturkosten belasten die Gemeinde. Zum Beispiel der Unterhalt des rund 100 Kilometer langen Strassennetzes. Dieses wird jetzt 6,3 Kilometer länger. Die Gemeindeversammlung hat der Übernahme der Strassen Baumfall–Wydenvorsass und Burg–Fischbächen zugestimmt, die noch Eigentum zweier Genossenschaften sind.

Kostspielige Sanierungen

Die Gemeinde übernimmt die Strassen erst nach deren Sanierung. Diese kommt auf rund 1,4 Millionen Franken zu stehen. Das Geschenk, welches die Genossenschaften der Gemeinde machen, hat seine Tücken. In der Botschaft zur Gemeindeversammlung steht: «Die Stimmbürger werden darauf aufmerksam gemacht, dass die Erweiterung des Gemeindestrassennetzes möglicherweise Auswirkungen auf die Finanzen der Gemeinde hat. Beispielsweise eine Steuererhöhung, Einschränkungen beim Unterhalt des gesamten Gemeindestrassennetzes und Auswirkungen auf andere Geschäfte der Gemeinde wie etwa die ­Schule.» Trotzdem erfolgte das Ja zur Strassenübernahme ohne Gegenstimme.

Die beiden Strassen wurden in den Siebzigerjahren gebaut. Die Gemeinde besorgte den Unterhalt und unterstützte die Schneeräumung finanziell. «Faktisch sind es schon heute Gemeindestrassen», sagt der zuständige ­Gemeinderat Niklaus Köpplin.

Die Detailplanung für die Sanierung der beiden Strassen steht noch aus. Auch ein Zeitplan existiert nicht. «Die Sanierungen werden in den Investitionsplan der Gemeinde aufgenommen und dann etappenweise realisiert», so Köpplin.

Klar ist: Die 1,4 Millionen ­Franken können die Genossenschaften nicht allein stemmen. 60 Prozent der Kosten übernehmen voraussichtlich Bund und Kanton, 25 Prozent die Gemeinde. Diese hofft auf Zuwendungen von der Patenschaft für Berg­gemeinden und der Berghilfe.

2005 kam ein Nein

Im Juni 2005 hatte die Gemeindeversammlung die Übernahme der beiden Strassen noch abgelehnt. Damit folgte sie einem Antrag des Gemeinderats. Dieser war dagegen, um kein Präjudiz zu schaffen. Die Genossenschaften blieben also weiterhin zuständig für ausserordentlichen Unterhalt, konnten aber Geld bei der Gemeinde beantragen.

Mitglieder der Genossenschaften hatten damals argumentiert, dass die Strassen ja öffentlich genutzt würden. Wäre die Übernahme damals zustande gekommen, wären die Sanierungskosten tiefer gewesen: «Die Strassen waren damals noch in einem guten Zustand», sagt Niklaus Köpplin.

Berner Zeitung

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