Das kann noch nicht alles sein

Bern

Ein Kommentar zur autofreien Zwischennutzung auf der Schützenmatte von BZ-Redaktor Christoph Hämmann.

Christoph Hämmann

Verblüffende Erkenntnisse sind das nicht: Bern hat kein Parkierchaos erlitten, ohne Autos kein Drive-in-Drogendeal, und natürlich ist der Raum genutzt worden – angesichts des Budgets von 90'000 Franken, eines gut vernetzten Projektleiters und zahlreicher Partner wäre alles andere eine Schmach gewesen.

Noch banaler könnte man den offiziellen Erkenntnissen hinzufügen: Wo Bier ausgeschenkt wird, finden sich meistens Käuferinnen und Käufer. Tatsächlich sah die mit Bars und Bäumen stilvoll möblierte «Schütz» zwei Monate lang wunderschön aus, wenn sie belebt und farbig beleuchtet war.

Ob das Versuchslabor aber tatsächlich breite Bevölkerungskreise jeden Alters auf die Schützenmatte gelockt hat, darf angezweifelt werden. Fast alle Veranstaltungen waren in einem Polit- und Kulturkuchen angesiedelt, der sozialen Experimenten und insbesondere der angrenzenden Reitschule gegenüber ohnehin keine Berührungsängste hat.

Im Hinblick auf Wiederholungen oder für eine dauerhafte Nutzung der «Schütz» im Stil der letzten zwei Monate hätte man mit mehr Angeboten aber mehr herausfinden können. Zudem wurde am Freitag klar, dass nicht einmal der Stadtpräsident und der Projektleiter die gleiche Vision haben. Ob die «Schütz» eher ein Park für alle oder ein offener Kulturort werden soll – oder etwas ganz anderes –, darüber muss weiter diskutiert werden.

christoph.haemmann@bernerzeitung.ch

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt