Das Inselspital ist auf dem Weg zu kurzen Wegen

Es wird gebaut auf dem Insel-Areal. Die Wege von Patienten und Personal sollen kürzer werden, denn lange Wege kosten Zeit und Geld.

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Die einzelnen Kliniken liegen nahe beieinander, sind untereinander verbunden, und die Wege sind kurz. So stellt sich die Insel-Leitung die Spital-Zukunft vor. Und das alles soll der Masterplan bringen, der in den nächsten Jahrzehnten umgesetzt wird. Das INO steht darum in der Mitte von etlichen Baustellen.

Bereits fertig ist das Neurozentrum östlich des INO. Darin sind alle neurologischen Fächer an einem Ort zentralisiert. Es entstand die grösste Neuro-Poliklinik der Schweiz. Im Zentrum werden Diagnosen gestellt, Operationen und Behandlungen durchgeführt. Es gibt Sprechstunden für viele neurologische Krankheitsgebiete wie Kopfschmerzen, Epilepsie und Schlafstörungen. Zentralisiert ist auch die Anmeldung, es gibt eine einzige Telefonnummer und eine Mailadresse. Die bauliche Verbindung zum INO ist Tatsache.

Ebenfalls mit dem INO verbunden wird die Invasive Kardiologie. Patienten, die mit Verdacht auf Herzinfarkt im Notfall ankommen, können in Zukunft sofort und auf direktem Weg in eines der fünf neuen Herzkatheterlabors im Geschoss C des Bettenhochhauses gebracht werden. Dort werden Diagnosen gestellt und Behandlungen von Herzkranzgefässen, Herzklappenerkrankungen und Herzrhythmusstörungen vorgenommen. Mit fünf dieser hochtechnischen Labors ist die Insel führend in der Schweiz.

Bald fährt der Bus

Eine der beiden von aussen am besten sichtbaren Baustellen liegt vor dem Insel-Eingang. Dort wird der ganze Bereich für den ÖV-Zugang bereit gemacht. Auch hier sind kurze Wege das Ziel: Patienten, Personal und Besucher werden ab dem neuen Fahrplan im Dezember direkt vor dem Eingang aus dem Insel-Bus steigen können. Ebenfalls offensichtlich ist die grosse Baugrube im Norden des INO. Dort entsteht ein Neubau, der vorerst für die Verlegung der Frauenklinik gebraucht wird. 2018 muss das gegenwärtige Gebäude saniert und der Betrieb ausgelagert werden.

Danach wird der Neubau an der Friedbühlstrasse aufgestockt und zum Organzentrum umfunktioniert. Noch nichts zu sehen ist vom Rückbau des Ludwig- und des Haller-Hauses im Südwesten des INO. Das wird sich im Oktober ändern. In einem Neubau sollen dort dereinst Teile des heutigen Bettenhochhauses untergebracht werden, das voraussichtlich 2025 abgerissen werden soll.

Grund für dieses Vorgehen lieferte der Umbau und die Sanierung des Kinderspitals. Noch ein Jahr sollen dort die Arbeiten dauern. «Wir haben gesehen, dass ein solcher Umbau unter laufendem Betrieb fast nicht möglich ist», erklärt Bernhard Leu, Direktor Infrastruktur. Man sei im Kinderspital an Grenzen gestossen und darum zur Überzeugung gekommen, dass eine Sanierung des Bettenhochhauses bei laufendem Betrieb nicht machbar sei.

Nutzer mit einbezogen

Zurück zum Kinderspital: Dieser Umbau wird im Frühling 2017 abgeschlossen sein. Im Moment laufen die Arbeiten im Bereich der Poliklinik im Erdgeschoss und der Kinderradiologie im Stock B. Bereits eingeweiht ist der neue OP-Trakt. Dort entstanden ganz neuartige Vorbereitungsräume vor den Operationssälen. Dank dieser neuen Einrichtung können die Eltern bei ihren Kindern bleiben, bis diese schlafen.

Der Umbau der Kinderklinik läuft noch unter alter Regie: Bauherr ist der Kanton Bern, in Zusammenarbeit mit der Insel. «Bei diesen Umbauten ist es wichtig, dass die Nutzer, also die Ärzte und die Pflegenden, bei der Planung dabei sind», sagt Leu. Eines ist sicher: In den kommenden Jahrzehnten wird auf dem Insel-Areal weiter abgerissen, um- und neu gebaut.

Berner Zeitung

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