Das Hochhaus polarisiert weiter

Ostermundigen

Die überarbeiteten Pläne für das Bären-Hochhaus spalten die Gemüter. Die Mehrheit der Leserschaft findet sie schön. Architekten wie Rudolf Rast bleiben aber skeptisch.

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Markus Zahno

32 Stellungnahmen gingen während der öffentlichen Mitwirkung zum Hochhaus auf dem Ostermundiger Bären-Areal ein. Positive und skeptische hielten sich die Waage, sagt Gemeindepräsident Thomas Iten.

Auch auf Bernerzeitung.ch pendeln die Meinungen zu den neuen Hochhausplänen zwischen «gruusig» und «toll». 1082 Leute haben sich bis am Dienstag um 18 Uhr an der Onlineumfrage beteiligt: 54 Prozent finden die neuen Entwürfe gut und 35 Prozent schlecht, 11 Prozent sind unentschieden.

«Es ist noch nicht zu spät»

Und wie urteilen die Fachleute? Architekt Rudolf Rast, technischer Direktor der Expo.02, sagt es deutlich: «Mir ist die Sache unheimlich.» Ihn ärgert, dass auf einen Architekturwettbewerb verzichtet wird. Für jedes Projekt der öffentlichen Hand ab 500'000 Franken sei ein Wettbewerbsverfahren vorgeschrieben. Auch bei privaten Grossprojekten wie dem Prime Tower in Zürich oder dem Messeturm in Basel sei ein solches üblich. Denn es erhöhe nicht nur die Qualität – «wenn aus mehreren Varianten die beste ausgewählt wurde, ist das für die Bevölkerung glaubwürdiger», so Rast. Die Gefahr, dass das Projekt bis vor Bundesgericht gezogen werde, sei kleiner.

Die Halter AG als Projektentwicklerin sowie die Gemeinde wollen einen Gestaltungsbeirat einsetzen und auf den Wettbewerb verzichten. Peter Raaflaub, Bauberater beim Berner Heimatschutz, sähe es lieber anders. Man werde deshalb nochmals mit den Verantwortlichen sprechen. Auch Rudolf Rast hofft, dass der öffentliche Druck steigt und der Wettbewerb doch noch Tatsache wird. «Dieser würde nur ein halbes Jahr dauern.»

«Perspektive kann täuschen»

In den letzten Monaten wurden die Pläne für das Bären-Hochhaus überarbeitet. Das Gebäude ist zwar immer noch 33 Stockwerke hoch, das Volumen aber um 8 Prozent kleiner. Dadurch wirkt das Haus weniger wuchtig. Weder Peter Raaflaub noch Rudolf Rast mögen die neuen Entwürfe beurteilen. Visualisierungen könnten trügerisch sein, sagt Rast. Die gewählte Perspektive könne mehr oder weniger realistisch sein. Zudem werde das Bauwerk vielfach isoliert dargestellt – wie es im Zusammenspiel mit der Umgebung wirke, bleibe deshalb offen.

Berner Zeitung

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