Das hätte nicht sein müssen

Markus Zahno,  Redaktor Region Bern, zum Restaurant Linde in Habstetten, das zum Politikum wurde.

Vetternwirtschaft. Immer wieder haben die Gegner des Linde-Deals diesen schweren Vorwurf erhoben. Sie kamen damit zwar nicht durch – aber irgendwie haftet dem gestrigen Ja eben doch ein schaler Nachgeschmack an.

Das neue Kommunalfahrzeug, die Sanierung der Abwasserleitung, ja sogar der Kauf eines Kopierers: Vor Anschaffungen holen Gemeinden und Firmen verschiedene Offerten ein. Bei der Linde Habstetten dagegen verhandelte der Gemeinderat ausschliesslich mit einem Ehepaar.

Mit Erika und Markus Walther, der überdies noch selber im Gemeinderat sitzt. Da war es praktisch unvermeidbar, dass der Mauscheleivorwurf aufkommt, das Referendum ergriffen wird und im Abstimmungskampf viel Geschirr kaputtgeht.

Das hätte der Gemeinderat verhindern können. Er hätte mit dem Ehepaar Walther einen Kaufpreis vereinbaren können. Oder er hätte die Linde öffentlich ausschreiben und dabei die Bedingungen stellen können, die ihm wichtig sind: Restaurant und Saal müssen erhalten bleiben, der Parkplatz für öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung gestellt und das Gebäude umfangreich saniert werden.

Viele Interessenten hätten sich unter diesen Umständen kaum gemeldet. Die Wahrscheinlichkeit wäre gross gewesen, dass Walthers den Zuschlag erhalten. Die Vereine wären zufrieden gewesen. Und niemand hätte von Vetternwirtschaft gesprochen.

markus.zahno@bernerzeitung.ch

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