Das erste Zeichen für den Südanflug

Münsingen

Das Verfahren zum geplanten Südanflug auf Bern-Belp ist längst nicht abgeschlossen. Doch bereits wurde ein Sockel für die neuen Lichtmasten gebaut – mit dem Segen des Regierungsrats.

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Betonsockel: Das erste Zeichen für den geplanten Südanflug.

(Bild: Andreas Blatter)

Man muss sich schon anstrengen, um einen Blick auf das kleine Bauwerk zu werfen. Denn es ist von hohen Holzwänden umgeben. Dies sei durchaus gewollt, findet die Interessengemeinschaft Lärmarmes Aaretal (IG): Die Bretter dienten zum Schutz vor unliebsamen Blicken.

Dabei sieht das Bauwerk auf dem Gebiet der Münsinger Autobahnraststätte West wenig spektakulär aus. Es handelt sich um ein Fundament aus Beton. Allerdings soll dieser Sockel später einmal einen Lichtmasten für den satellitengestützten Südanflug auf den Flughafen Bern-Belp tragen. Deshalb hat der Betonbau die IG auf den Plan gerufen. Denn das Verfahren zum Südanflug läuft noch.

Einsprachen noch nicht erledigt

Die IG hat deshalb einen Brief an Regierungsstatthalter Christoph Lerch geschickt. «Wir fragen Sie an, auf welchen gesetzlichen Grundlagen bereits bauliche Massnahmen getroffen wurden», steht im Brief. Mitunterzeichner Walter Strahm sagt: «Aus unserer Sicht geht hier womöglich nicht alles mit rechten Dingen zu.»

Die IG wurde Anfang 2014 gegründet, als das Bundesamt für Zivilluftfahrt das Gesuch des Flughafens Bern-Belp für das Anflugverfahren aus Süden publizierte. Dabei gingen 300 Einsprachen ein, die noch immer hängig sind.

«Wir haben seither noch nicht einmal etwas gehört», sagt Strahm. Daher sei es unverständlich, dass jetzt schon gebaut werde. «Wir erwarten eine kompetente Antwort», schrieb Strahm an den Statthalter. Schliesslich zähle die IG mehrere Hundert Mitglieder.

Kanton erteilte Baubewilligung

Lerch sieht sich allerdings als falschen Adressaten. Denn für «Bauten im Perimeter von Nationalstrassen-Nebenanlagen» sei der Kanton Bern zuständig. Dies werde er auch der IG mitteilen, sagte er am Donnerstag. Gegenüber dieser Zeitung nahm das kantonale Tiefbauamt Stellung.

«Das Fundament für den geplanten Sendemasten des Flughafens Bern ist Teil der Baubewilligung des Regierungsrates vom 22.Oktober 2014 für die Gesamtsanierung der Raststätten Münsingen Ost und West», heisst es in der schriftlichen Antwort.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten habe sich die Flughafen Bern AG als Bauherrin des Masts entschieden, das Fundament schon jetzt zu erstellen, auch wenn das Verfahren zum Südanflug noch nicht abgeschlossen sei. Somit fielen die Kosten deutlich tiefer aus, als wenn das Fundament erst nach Abschluss der Sanierung erstellt worden wäre. Die Raststätte ist seit einem Monat wieder geöffnet.

Insgesamt benötigt der Flughafen Bern-Belp für den Südanflug vier Lichtmasten, drei Hindernisfeuer auf dem Belpberg sowie die Anflugbefeuerung vor der Piste. Gemäss Unterlagen betragen die Kosten dafür 1,6 Millionen Franken.

Berner Zeitung

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