Das Debakel ist selbst verschuldet

Redaktor Markus Zahno zum Nein zur Sanierung der Pensionskasse BIO.

«D Fakte chasch ufschribe, aber d Wohrheit, diemuesch gspüre, wöu si sech immer ar Zit aapasst, wöu si gschmeidig isch wi nes Chatzefääli.»

Der Satz, den Pedro Lenz in der Geschichte «I bi meh aus eine» schrieb, passt auch zum Abstimmungskampf über die Ostermundiger Pensionskassenmillionen. Dieser artete zu einem erbitterten Hickhack aus.

Fachleute rechneten vor, warum die Sanierungsvariante des Gemeinderats am günstigsten sei. «Lüge! Alles falsch!», konterten die Fachleute auf der Gegenseite. So ging es hin und her, bis Nichtfachleute nicht mehr wussten, wo hinten und wo vorne ist.

Was tut man in dieser Situation? Man hört auf das Bauchgefühl. Und das ist bei der ­Pensionskasse Bolligen Ittigen Ostermundigen kein gutes. Zu schwerwiegend sind die Fehler, die gemacht wurden. Zwar ist vieles mittlerweile korrigiert, das schlechte Image aber bleibt.

Der Mundiger Gemeinderat hat alles noch schlimmer gemacht, indem er die über 30 Millionen Franken für die Pensionskasse als «gebunden» erklärte und nicht dem Volk vorlegen wollte. Dass er damit beim Regierungsstatthalter nicht durchkommen würde, war klar. So war er im ­Abstimmungskampf von Anfang an in die Defensive gedrängt.

Wie geht es nun weiter? Das Beste wäre, die Pensionskasse BIO aufzulösen und sich einer anderen Vorsorgeeinrichtung anzuschliessen. Mag sein, dass die PVS BIO heute wieder gut aufgestellt ist. Aber das Vertrauen beim Volk, das kann sie nicht mehr zurückgewinnen.

markus.zahno@bernerzeitung.ch

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