Das Blei wird entfernt

Sensegraben

Alte Zielscheiben und Munition im Boden: Der ehemalige Schiessplatz der Armee soll endlich saniert werden.

Der Schiessplatz des Militärs ist zwar nicht mehr in Betrieb. Im Boden befindet sich aber nach wie vor eine grosse Menge an Munition (Archivbild).

Der Schiessplatz des Militärs ist zwar nicht mehr in Betrieb. Im Boden befindet sich aber nach wie vor eine grosse Menge an Munition (Archivbild).

(Bild: Urs Baumann)

Sheila Matti

Früher knallte es regelmässig im Sensegraben, in der Nähe der Sodbachbrücke. Heute ist es ruhiger geworden. Der Schiessplatz des Militärs ist seit 2012 nicht mehr in Betrieb. Was von den Schiessübungen der Schützen zurückbleibt, ist eine Menge Munition im Boden.

«Mehrheitlich handelt es sich dabei um bleihaltige Munition des Sturmgewehrs – so, wie sie auch auf zivilen 300-Meter-Anlagen vorhanden ist», erklärt Kaj-Gunnar Sievert, Mediensprecher der Armasuisse.

Diese Überreste sollen nun definitiv entfernt werden: Weil es sich beim Gebiet im Sensegraben zudem um ein Auengebiet von nationaler Bedeutung handelt, schreibt das Bundesamt für Umwelt der Armee vor, eine Altlastensanierung vorzunehmen. Das Gesuch für das Plangenehmigungsverfahren liegt noch bis zum 13. November öffentlich auf.

Ausgehoben und entsorgt

Erhält das Militär die Bewilligung für die Altlastensanierung, kann es nicht direkt loslegen. Weil es sich um ein Auengebiet handelt, müssen Schonzeiten von Amphibien, Vögeln und Fischen berücksichtigt werden. Konkret können die Arbeiten nur zwischen September und Oktober durchgeführt werden. «Der erste mögliche Zeitpunkt für die Sanierungsarbeiten ergibt sich im Herbst 2020», so Sievert.

In einem ersten Schritt muss lokalisiert werden, wo genau sich die bleihaltigen Überreste befinden. Weil diese teilweise tief in der Erde stecken, werden sie über Bodenproben lokalisiert: Mittels chemischer Untersuchung wird festgestellt, welche Proben stark belastet sind. Hier fahren dann die Baumaschinen auf. Der belastete Boden wird ausgehoben und fachgerecht entsorgt.

Zurückgebaut werden zudem alle Bauten und Einrichtungen, die sich auf dem Schiessplatz finden, so auch Eisenbahnschwellen und Trefferanzeigen. Kosten für die gesamte Sanierung: rund 920'000 Franken.

Die Parkplätze bleiben

Übrig bleiben werden vom Schiessplatz lediglich die grossen Kiesparkplätze. Diese werden seit je gerne von jenen genutzt, die ihre Freizeit im Sensegraben verbringen, den Fluss entlangschlendern oder im Naherholungsgebiet ein Picknick veranstalten.

Anfangs wollte der Kanton, der das Gebiet von der Armasuisse übernahm, die Parkplätze zurückbauen. Von einer Gruppe Anwohnern konnten diese aber gesichert werden. Im April 2019 wurde eine Charta unterzeichnet, welche die künftige Nutzung der Parkplätze regelt.

RuediFlückiger, Leiter des Einigungsverfahrens, sagte damals, dass nun das Militär gefragt sei: Erst wenn dieses die Sanierungabschliesst, kann die Bewirtschaftung der Parkplätze in Angriff genommen werden.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt