Hofzufahrt mit Hindernissen

Radelfingen

Der Hof der Familie Ramseier in Oltigen soll mit einer neuen Strasse erschlossen werden. Doch dagegen wehren sich Nachbarn und die Stiftung Landschaftsschutz.

Die bestehende Zufahrt zum Hof der Familie Ramseier.

Die bestehende Zufahrt zum Hof der Familie Ramseier.

(Bild: Screenshot/Google Streetview)

Profile sorgen in der Gemeinde Radelfingen für Gesprächsstoff. Sie stehen links der Strasse Matz­wil–Oltigen, etwas oberhalb der Aare. Ab dieser Rechtskurve möchte die Familie Ramseier ihren Hof mit einer neuen Strasse erschliessen.

Für dieses Unterfangen beantragt David Ramseier gemäss Baupublikation verschiedene Ausnahmen. Denn das neue Teersträsschen würde durch die Landwirtschaftszone führen. Das bedeutet: Bauen ausserhalb des Baugebietes. Und die neue Strasse tangiert im angrenzenden Graben einen historischen Verkehrsweg.

Um die neue Zufahrt bauen zu können, müssten Ramseiers mit verschiedenen Aufschüttungen das Terrain ebnen. Im ersten Abschnitt würde quasi ein Damm entstehen. Nach dem rund 400 Meter langen neuen Strassenstück würde die Burgtälistrasse verbreitert und asphaltiert.

Die Einsprachefrist ist am 26. Juni abgelaufen. «Es sind zwei Einsprachen eingegangen», sagt der stellvertretende Seeländer Regierungsstatthalter Thomas Gross. Es liege eine Kollektiveinsprache von zwei Parteien aus der Nachbarschaft vor, dazu komme die Einsprache einer Naturschutzorganisation.

«Vor allem das Bauen ausserhalb der Bauzone, die Wegführung an sich, die Zunahme der versiegelten Fläche und der Natur- und Landschaftsschutz sind Einsprachethemen.» Laut Gross wird zuerst die Stellungnahme des Amtes für Gemeinden und Raumordnung (AGR) abzuwarten sein. «Denn für eine Feststellung der Zonenkonformität oder das Erteilen einer Ausnahmebewilligung nach Artikel 24 des Raumplanungsgesetzes ist das AGR zuständig», so Gross.

Ebenfalls sei die Stellungnahme der Gemeinde Radelfingen noch ausstehend. «Wenn wir alles zusammenhaben, werden wir entscheiden, wie das weitere Vorgehen ist, insbesondere auch, ob eine Einigungsverhandlung durchgeführt wird oder nicht.» Es wird also noch viel Wasser die Aare hinunterfliessen, bis in der Sache Hofzufahrt ein Entscheid gefallen ist.

Eine der Einsprecherinnen ist die Stiftung Landschaftsschutz. «Wir bezweifeln die Notwendigkeit dieser neuen Strasse, denn der Hof ist ja bereits erschlossen», erklärt Franziska Grossenbacher von der Stiftung. Die Familie Ramseier will zum jetzigen Zeitpunkt zur Sache nicht Stellung nehmen.

Für die Gemeinde erklärt Gemeindepräsident Urs Kuhn (BDP): «Der Gemeinderat wird in der nächsten Zeit beschliessen, wie wir zuhanden der Regierungsstatthalterin Stellung nehmen.» Die Sache werde behandelt wie alle anderen Baugesuche auch.

cng

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