Das alte Schulhaus wird saniert

Rapperswil

Unterricht findet seit zwanzig Jahren keiner mehr statt, und doch ist das ehemalige Schulhaus Zimlisberg ein belebter Ort. 

Beliebter Treffpunkt: Das Schulhaus Zimlisberg. Foto: Beat Mathys

Beliebter Treffpunkt: Das Schulhaus Zimlisberg. Foto: Beat Mathys

Simone Lippuner

Rechnen und Schreiben stehen im Schulhaus Zimlisberg seit rund zwanzig Jahren nicht mehr auf dem Stundenplan. Dafür Yoga, Frauenzirkel, Strickcafé oder ein Astrologievortrag: Mit dem «Netzpunkt Zimlisberg» haben sich die beiden Freundinnen Mary Haltiner und Heidi Weber einen Traum erfüllt, der viele andere Menschen anspricht. Der «Raum für alle» soll verschiedene Angebote vernetzen. Fachleute und Veranstalter mieten für ihre Anlässe die Räume, es finden einmalige Seminare und wiederkehrende Veranstaltungen statt, das Themenspektrum ist breit. 

Der Begegnungsort im alten Schulhaus ist vor knapp zehn Jahren entstanden und in dieser Zeit immer grösser geworden. «Bis vor einigen Jahren wohnte im oberen Stock noch eine Familie, mittlerweile mieten wir mit Ausnahme eines Raumes das ganze Haus», sagt Mary Haltiner. Und dieses fülle sich wie von selbst, «es kommen vor allem Leute von auswärts, aber auch Dorfeinwohner sind immer wieder zu Gast.»

Der Ort ist belebt und etabliert – nun will die Gemeinde in das alte Schulhaus investieren. Es soll für rund 600000 Franken saniert werden. Die Gemeindeversammlung befindet am kommenden Montag über den Kredit. Da die Zusammenarbeit mit dem Netzpunkt gut funktioniere, sei ein Verkauf verworfen worden, sagt Gemeindepräsidentin Christine Jakob (SVP).

Verkauf war Thema

Das Schulhaus wurde 1946 erbaut und ist als erhaltenswertes Gebäude eingestuft. Neben der dringend notwendigen Sanierung der Gebäudehülle, des Dachs und der Heizung sei ein späterer Dachausbau möglich, schreibt der Gemeinderat in seiner Botschaft. Zudem soll dieÖlheizung durch eine Pellet­heizung ersetzt werden. Die Arbeiten sollen nächstes Jahr stattfinden.

Höhere Mietkosten

Das Begegnungszentrum wird während der Arbeiten geöffnet bleiben. «Das geht aneinander vorbei», sagt Haltiner, schlimmstenfalls müsse für gewisse Therapien auf andere Räume im Haus ausgewichen werden. Da viele Kurse abends und am Wochenende stattfänden, tangiere die Sanierung den Betrieb kaum.

Einzig finanziell wird der Netzpunkt die Aufwertung des Gebäudes zu spüren bekommen: Nach dem Umbau wird die Gemeinde den Mietzins anpassen. Doch auch dies wird für den Netzpunkt nicht das Aus bedeuten: War es in der Anfangszeit noch das Ziel, selbsttragend zu sein, können die Initiantinnen heute je nach Kursangebot auch Gewinne verbuchen. 

Berner Zeitung

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