Das alte Bauernhaus ist besetzt

Zollikofen

Noch einmal regt sich Widerstand gegen den geplanten Abbruch des ehemaligen Bauernhauses an der Bernstrasse in Zollikofen. Ein Kollektiv hat das Gebäude besetzt.

Das dem Abbruch geweihte Gebäude wurde am Mittwoch besetzt.<p class='credit'>(Bild: Beat Mathys)</p>

Das dem Abbruch geweihte Gebäude wurde am Mittwoch besetzt.

(Bild: Beat Mathys)

Das letzte Wort über das fast 200-jährige Haus am Ortseingang von Zollikofen ist doch noch nicht gesprochen. Das Kollektiv Barbaletta hat das Gebäude an der Bernstrasse 3 besetzt und wehrt sich damit gegen dessen geplanten Abbruch.

Die Gemeinde als Eigentümerin hatte vor einigen Monaten beschlossen, die benötigten 90'000 Franken nicht in die Instandsetzung, sondern in den Abbruch des Gebäudes zu investieren. Dieser hätte ebenso viel gekostet. Gegen den Entscheid wehrten sich mehrere Anwohner.

Das Anliegen landete in Form einer Motion auch im Parlament, dort wurde der Vorstoss aber nicht als erheblich erklärt. Auch eine Beschwerde beim Regierungsstatthalteramt blieb ohne Erfolg.

Das Kollektiv stört sich daran, dass die Gemeinde das «geschichtsträchtige und immer noch bewohnbare Gebäude» auf Vorrat abreissen will und das Areal zwischenzeitlich brachliegen lässt. «Und im Hintergrund warten wahrscheinlich bereits Investoren mit dem Plan, Wohnsilos oder Büros zu errichten, mit denen sich mehr Geld verdienen lässt», schreibt die Gruppe in einem offenen Brief.

Aufklärungsarbeit betreiben

«Das ist nicht der Fall», entgegnet Zollikofens Gemeindepräsident Daniel Bichsel (SVP). Die aktuelle Situation werde von der Verwaltung abgeklärt. «Wir werden auf alle Fälle versuchen, mit den Besetzern persönlich in Kontakt zu treten», sagt Bichsel.

So war er denn gestern Nachmittag vor Ort und suchte das Gespräch mit insgesamt 17 Besetzern. Dabei betrieb er einerseits Aufklärungsarbeit und beteuerte andererseits, die Gemeinde werde die Sache weiter prüfen.

Der Gruppe setzte die Gemeinde eine verbindliche Frist: Die Besetzer müssen das Haus bis Montagmorgen um acht Uhr verlassen.

Berner Zeitung

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