Das Ärztezentrum ist nicht gefährdet

Köniz

Die Ärzte kehren dem Inselspital den Rücken. Am Ärztezentrum wird dennoch weiter geplant – obwohl es von der Insel mitgetragen wird.

Die Profile stehen, doch für das Ärztezentrum kommen die neuen Wohn- und Geschäftshäuser im Zentrum von Köniz zurzeit eher nicht infrage. Im Auge haben die Verantwortlichen dafür den Stapfemärit (links im Hintergrund).

Die Profile stehen, doch für das Ärztezentrum kommen die neuen Wohn- und Geschäftshäuser im Zentrum von Köniz zurzeit eher nicht infrage. Im Auge haben die Verantwortlichen dafür den Stapfemärit (links im Hintergrund).

(Bild: Stefan Anderegg)

Stephan Künzi

«Schade.» Das sagt Daniel Flach zum Entscheid der Könizer Ärzte, sich von Spital Netz Bern und Insel abzuwenden. In einer Konsultativabstimmung haben sich die Allgemeinmediziner im Süden Berns dafür ausgesprochen, für die Notfälle am Abend und übers Wochenende nicht mehr auf die Dienste des Tiefenau- und des Inselspitals abzustellen. Sondern den entsprechenden Vertrag entweder mit der Hirslanden- oder der Lindenhofgruppe abzuschliessen, mit privaten Spitalgruppen also.

Flach ist von diesem Entscheid zumindest indirekt betroffen. Als Geschäftsleiter der Localmed Aare AG arbeitet er nicht nur daran, in Köniz einem Ärztezentrum mit Notfallabteilung zum Durchbruch zu verhelfen. Er vertritt genauso auch eine Firma, an der das vor Ort derart in Ungnade gefallene Inselspital mit 50 Prozent massgeblich beteiligt ist.

Der Ausgang der Abstimmung schmerzt Flach umso mehr, als er die Zusammenarbeit mit den Könizer Ärzten bislang als sehr gut erlebt hat. Als ehemaliger Hausarzt kennt er auch ihre Sorgen, weiss, dass ältere Kollegen kaum Nachfolger finden und die jüngeren dann umso mehr zu tun haben, wenn wieder einmal eine Praxis zugegangen ist. Das gehe in all den Diskussionen rund um die Spitalschliessungen und die Spitalstandorte nur zu gern vergessen – «dabei wäre es so wichtig, dass ein Spital die zuweisenden Ärzte pflegt».

Auf das Projekt in Köniz habe der Entscheid der Ärzte keinen Einfluss, fährt Flach fort. Er erinnert daran, dass das Herzstück eine Gruppenpraxis mit drei bis fünf Ärzten sein wird. Und dass der angegliederte Notfall zumindest anfänglich nur zu den üblichen Praxiszeiten tagsüber offen sein wird – für den Abend und das Wochenende sei das Potenzial in Köniz zu klein, sagt er.

Flach hofft, dass eine Zusammenarbeit mit seinen Kollegen trotz allem noch möglich ist. Er tut dies mit Blick darauf, dass es in ihrer Abstimmung um die Notfälle in den Randzeiten ging. Diese Stunden will das Ärztezentrum, für das zurzeit Räume im Stapfemärit im Vordergrund stehen, auf seine Art abdecken: Es wird die Patienten ans Partnerunternehmen City Notfall in der Stadt Bern überweisen.

Berner Zeitung

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