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Damit alle können, wenn sie müssen

Das Problem des fehlenden WCs am Bahnhof Bolligen schien gelöst. Doch die Buschauffeure können die öffentliche Toilette aus Zeitgründen praktisch nicht benutzen.

Seit bald drei Jahren verfügt der Bahnhof Bolligen wieder über eine Toilette. Buschauffeuren bringt diese jedoch reichlich wenig.
Seit bald drei Jahren verfügt der Bahnhof Bolligen wieder über eine Toilette. Buschauffeuren bringt diese jedoch reichlich wenig.
Andreas Blatter

Drei Jahre lang war das WC am Bahnhof Bolligen geschlossen. Es wurde schmerzlich vermisst, zumal auch in den Zügen keine Toiletten zur Verfügung stehen. Umso grösser war die Erleichterung, als der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) im Sommer 2015 ein neues Bahnhof-WC eröffnete. Einplätzig, selbstreinigend und weitgehend vandalensicher. Kostenpunkt: 250'000 Franken. 75'000 Franken zahlte der RBS als Besitzer des Bahnhofs, die restlichen 175'000 Franken die Gemeinde. Manch ein Steuerzahler schüttelte ob dieser Summe den Kopf. Aber im Prinzip hatte Bolligen keine Wahl, denn von Gesetzes wegen müssen öffent­liche WCs grundsätzlich von der Gemeinde finanziert werden.

Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet, kaum jemand würde den Nutzen des Bahnhof-WCs bestreiten. Wäre nicht soeben dieses Baugesuch im Anzeiger aufgetaucht: Am Bahnhof sei ein «WC-Container für RBS-Bus-FahrerInnen» geplant, heisst es darin. Warum, so fragt sich der Laie, benutzen die Chauffeure denn nicht einfach das 250'000-Franken-WC?

Das sei nicht so einfach, erklärt RBS-Mediensprecherin Anita Jenk. Die Buschauffeure hätten zwar einen Schlüssel für das öffentliche WC. Ihre Pause am Bahnhof Bolligen daure aber nur wenige Minuten, und immer wieder komme es vor, dass das WC just in dieser Zeit besetzt sei. Dazu kommt noch ein anderes Problem: Zwischen der Bushaltestelle und dem Bahnhof-WC befinden sich die Bahngleise. Und weil die Züge der S7 in Bolligen kreuzen, sind die Barrieren hier länger geschlossen als anderswo. Je nachdem haben die Buschauffeure also keine Chance, innert nützlicher Frist zum WC zu kommen – selbst wenn es frei wäre.

Der RBS nehme das Gesundheitsmanagement ernst, fährt Anita Jenk fort. Die Buschauffeurinnen und -chauffeure hörten immer wieder, wie wichtig es sei, gesund zu essen und genug zu trinken. So gesehen sei die WC-Situation am Bahnhof Bolligen doppelt unbefriedigend.

Das Problem lösen soll ein neuer WC-Container mit integriertem Werkzeugraum. Er wird direkt bei der Bushaltestelle aufgestellt, dort, wo heute ein (WC-loser) Materialcontainer steht. Dieser kommt weg. Und für die Bolligerinnen und Bolliger bleibt eine gute sowie eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Der WC-Container ist nicht öffentlich, sondern ausschliesslich für den internen Gebrauch gedacht. Und die gute: Für die Steuerzahler ist der Container gratis. Der RBS bezahlt ihn zu 100 Prozent selbst.

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