Zum Hauptinhalt springen

Dachstock, Dezibel und Dead End

Was macht die Jugend im Bonsoir? Wie klingen 96 Dezibel? Worauf schaut man bei einem Soundcheck? Diese und andere Fragen wurden am Samstag an einer Führung durch bekannte Berner Clubs beantwortet.

Das Bonsoir in der Aarbergergasse feiert kommendes Jahr ihr 5-jähriges Jubiläum.
Das Bonsoir in der Aarbergergasse feiert kommendes Jahr ihr 5-jähriges Jubiläum.
Claudia Salzmann
Die Fakten zum prämierten Club: Zwei Bars, 200 Quadratmeter gross, gebaut mit Bauresten und ausgestattet mit Second-Hand-Mobiliar, 170 Produktionen jährlich, durchschnittlich 800 Besucher pro Abend und in Kollaboration geführt.
Die Fakten zum prämierten Club: Zwei Bars, 200 Quadratmeter gross, gebaut mit Bauresten und ausgestattet mit Second-Hand-Mobiliar, 170 Produktionen jährlich, durchschnittlich 800 Besucher pro Abend und in Kollaboration geführt.
Claudia Salzmann
Backstage-Bereich: Hier spielen kleine Bands, die nicht selten später gross rauskommen.
Backstage-Bereich: Hier spielen kleine Bands, die nicht selten später gross rauskommen.
Claudia Salzmann
1 / 20

Im Rahmen des «Tag der offenen Clubtür», der von der Bar und Club Kommission Bern (Buck) organisiert wurde, fand eine Reise durch diverse Berner Clubs statt. Erste Station war das Bonsoir in der Aarbergergasse. Nach harten Fakten (siehe Bildstrecke) interessierte die rund 20 «Club-Safari»-Teilnehmer vor allem eines: Was macht denn die Jugend hier genau? «Man sitzt auf den Sofas, trinkt an der Bar einen Cocktail, aber primär wird Musik gehört, man tanzt dem DJ zu, redet und so zwischen 3 und 5 Uhr morgens geht man heim», erklärt einer der Geschäftsführer.

Weiter gehts zur Reitschule: Im Dachstock warten bereits drei Kollektivmitglieder, die uns einen kurzen Abrieb geben über die Geschichte der Reitschule. Die Gäste, von denen die meisten ihre Jugend hinter sich gelassen haben und teils Eltern sind, interessierten sich nebst der Lärmdebatte auch für die Altersbeschränkung: Jemand meinte, dass sein Sohn, wenn er sonst nirgends reinkommt, hier in der Reitschule immer reinkomme. «Wir machen die Alterskontrolle nicht beim Eingang, sondern an der Bar», sagen sie. Dies geschehe mittels Ausweiskontrollen.

Danach führt uns die Technik vor, wie 96 Dezibel klingen. Bei der Lautstärke fühlt man die Musik bis tief in den Körper, und es sei erwiesen, dass dabei die gleichen Hirnregionen aktiv seien wie beim freien Fall.

Hier das Video dazu:

Vom alternativen Kulturzentrum zum Gründungsort der SVP, ins Bierhübeli: Die Führung findet mitten in den Vorbereitsungsarbeiten für die Ü25-Party statt. Wir hören, dass das Gebäude der Felsenau AG gehört, 100 Dezibel bei Konzerten üblich sei, 750 Menschen hier Platz haben, das Sicherheitspersonal auch mit Rollenspielen ausgebildet wird, das Bierhübeli nur noch Ökostrom konsumiert und der Ort jeweils um 7 Uhr morgens wieder besenrein sei.

Der Wunsch des Publikums, das Dead End anzuschauen, wurde kurzerhand in die Führung aufgenommen. Dort werden wir von Sid empfangen, der von seinem Arbeitsort sagt: «Ich liebe es hier, äs läbt wine More». Das private After-Hour-Lokal finanziert die 20 Notschlafstellen, die sich im ersten Stock befinden. Auch eine Gassenküche gibt es hier, wo man sich für fünf Franken verköstigen kann. Während die Tour in der dunklen Bar steht, wird in der Küche bereits das Essen vorbereitet.

Uns wird auch einen Blick in die drei Schlafzimmer gewährt, wo praktisch jedes Bett besetzt ist und vollgestellt mit den wenigen Habseligkeiten der Obdachlosen. «Gerade ist jemand ausgezogen, der zwei Jahre hier gelebt hat», erklärt Sid weiter. Er wie auch die anderen Helfer arbeiten unentgeltlich und deshalb sei es wichtig, dass das Dead End finanzelle Mittel in die Notschlafstelle einschiesse. Mit Bierkonsum kann man hier also Gutes tun.

Zum Schluss führt die Tour in den ISC Club, der vor 43 Jahren als Studentenclub in einer Garage anfing. Dort auf der Bühne wartet auch schon die Band «Call me Ramsey», die ihren Soundcheck vor dem Publikum macht und durch die Techniker demonstriert wird, wie ein Bass oder die Gitarre eingestellt werden muss.

Eine kleine Hörprobe:

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch