Cupfinal kostet über 700'000 Franken

Bern

Die Erlaubnis für Gäste- und Heimfans, vor dem Cupfinal zum Stadion zu marschieren, hat ihren Preis: Beim Cupfinal betrugen die Polizeikosten 700'000 Franken. Deutlich günstiger war die YB-Meisterfeier.

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YB-Fans beim Marsch an den Cupfinal.

(Bild: Raphael Moser)

Christoph Hämmann

Die Nacht der Nächte für Berner Fussballfans war im laufenden Jahr der 28. April. In einem verrückten Spiel gegen den FC Luzern wurden die Young Boys nach vielen entbehrungsreichen Jahren Schweizer Meister. Stundenlang feierten Fans im Stadion, ehe sie für weitere Festlichkeiten durch den Breitenrain und in die Innenstadt zogen.

Die fast unglaubliche Bilanz der wilden Nacht: Alles war friedlich geblieben, nichts war kaputtgegangen, die Polizei musste keine besonderen Einsätze leisten.

SFV übernimmt die Hälfte

Etwas anders sieht es bei der offiziellen Meisterfeier und bei den Fanmärschen an den Cupfinals aus, auch wenn diese beiden Anlässe im Mai ebenfalls friedlich blieben. Ihnen gingen aber «grosse Planungsarbeiten» voraus, wie der Berner Gemeinderat in einem Vortrag an das Stadtparlament schreibt. Hinzu komme, dass der Cupfinal «ganz allgemein eine Veranstaltung mit einem hohen Risikopotenzial» sei.

Entsprechend hoch sind die Kosten, die mit der Organisation dieser Veranstaltungen verbunden sind. Weil der Gemeinderat einen Nachkredit zum Globalbudget des Polizeiinspektorats beansprucht, weist er diese detailliert aus: Die Polizeikosten für die Meisterfeier betrugen gut 160'000 Franken, jene für den Cupfinal gut 700'000, wobei der Schweizerische Fussballverband (SFV) hier die Hälfte übernahm.

«Das ist ein Preis, den wir bezahlen müssen, wenn wir eine lebendige Stadt bleiben wollen.»Reto Nause

Mit Gebührenbefreiungen für Reinigung, Signalisation und andere Aufwendungen der öffentlichen Hand kosteten die beiden Anlässe insgesamt etwas mehr als eine Million Franken.

Das sei richtig, sagt der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP): «Solche Veranstaltungen haben ihren Preis.» Die negativen Erfahrungen mit dem letzten Cupfinal in Bern vor dem diesjährigen, als es 2013 zu Ausschreitungen und hohen Sachschäden gekommen war, hätten das Dispositiv natürlich beeinflusst.

Zudem weist der Gemeinderat in seinem Vortrag darauf hin, dass die Gefahr terroristischer Anschläge insbesondere bei Veranstaltungen mit vielen Menschen «immer noch erhöht» sei. «Die entsprechenden Sicherheitskosten sind ein Preis, den wir bezahlen müssen, wenn wir eine offene und lebendige Stadt bleiben wollen», sagt Nause.

In Verhandlung über 2019

Der Sicherheitsdirektor weist darauf hin, dass trotz des Nachkredits kein Geld aus der Stadtkasse fliesse – im Gegenteil, dank der Beteiligung des SFV spüle es sogar 350'000 Franken herein. Was die Stadt angehe, seien die Polizeikosten für die Fanmärsche durch den Ressourcenvertrag zwischen Kantonspolizei und Stadt gedeckt.

«Das zeigt mir, dass wir mit unserem Vertrag gut aufgestellt sind und auch grosse Anlässe damit stemmen können», so Nause. Laut Vortrag leistete die Polizei rund um den Cupfinal 7281 Mannsstunden – die Grundversorgung für ein Heimspiel beträgt 200 Stunden.

Offen ist, wo der Cupfinal nächstes Jahr stattfinden wird. Die Stadt Bern und der SFV sind laut Nause in Verhandlung. «Unseres Erachtens ist es dieses Jahr gut gelaufen. Jetzt ist es am Verband zu entscheiden.»

Berner Zeitung

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