Bern

CSL Behring baut im Wankdorf aus

BernDas grösste Industrieunternehmen der Stadt ist im Moment auch eine grosse Baustelle. CSL Behring erweitert den Sitz im Wankdorf um ein Gebäude für rund 50 neue Arbeitsplätze.

Der Aushub läuft für den Erweiterungsbau von CSL Behring. Direkt dahinter entsteht das neue Bundesverwaltungszentrum beim Guisanplatz.

Der Aushub läuft für den Erweiterungsbau von CSL Behring. Direkt dahinter entsteht das neue Bundesverwaltungszentrum beim Guisanplatz. Bild: Beat Mathys

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Diese Sorgen hätten andere Unternehmer gerne. Bei CSL Behring wächst die Nachfrage nach den aus Blutplasma gewonnenen Medikamenten so stark, dass die Produktion fast nicht mehr nachkommt. «Unsere Anlagen sind nahezu zu 100 Prozent ausgelastet», sagt Pierre Caloz, Standortleiter der Stadtberner Fabrik der CSL-Gruppe.

Der australische Mutterkonzern CSL erhöhte die Verkaufs­erlöse im Geschäftsjahr 2017/2018 weltweit um 11 Prozent auf gut 7,9 Milliarden US-Dollar. Der Reingewinn stieg gar noch stärker um 28 Prozent auf 1,7 Milliarden, wie CSL gestern bekannt gab. Separate Zahlen für das ­Berner Werk veröffentlicht die Gruppe nicht. Die hier hergestellten Proteine steuern 40 Prozent zum Konzernumsatz bei.

Nach jahrelangem Wachstum stösst CSL Behring an Grenzen. Gewisse Optimierungen im ­Herstellungsprozess sind zwar ­immer noch möglich. So konnte die Gruppe in Bern das Volumen 2017/2018 halten, obwohl die Produktionsanlage eines Präparats während dreier Monate umgestellt wurde. Doch bald wird es zu eng. Die Firma setzt daher zu einem neuen Wachstumssprung an, wie Standortleiter ­Caloz auf einem Rundgang zeigt.

Zwei neue Produktionslinien

Zwischen dem Sitz von CSL Behring, einem Gebäude der Armee und dem neuen Bundesverwaltungszentrum beim Guisanplatz klafft bereits ein grosses, tiefes Loch. Der Aushub ist weit fortgeschritten. Verstrebungen sollen verhindern, dass die angrenzenden Gebäude einstürzen.

«Wir sind im Plan», sagt Caloz. Die Baubewilligung ist Anfang April eingetroffen. Der Grundstein soll im September gelegt werden. CSL Behring lässt hier einen Anbau für zwei zusätzliche Produktionslinien und rund 50 neue Arbeitsplätze erstellen. Bis Ende 2020 soll er fertig sein. Das Land hat CSL Behring vom Bund im Baurecht erhalten.

Nach Klagen aus der Nachbarschaft hatte CSL Behring das ursprüngliche Projekt verkleinert und auf zwei Stockwerke verzichtet. Nun sind drei Untergeschosse und drei Etagen über der Erdoberfläche bewilligt. Der Neubau wird an das bestehende Logistik- und Servicezentrum GBZ angebaut. So können Lastwagen neu in das Gebäude fahren, was laut Caloz den Lärm der Anlieferung stark reduziert.

Pierre Caloz, Chef von CSL Behring in Bern

Zudem wird das GBZ um Büroräume ergänzt. Platz sparen kann CSL Behring im Wankdorf ferner durch die angekündigte Kooperation mit der Sitem-Insel AG. Rund 50 Angestellte sollen ab nächstem Frühjahr in dem neuen Forschungszentrum für therapeutische Biologika auf dem Insel-Areal arbeiten.

Vorwärtsmachen will der CSL-Konzern auch bei seinem zweiten grossen Bauprojekt im Kanton Bern: Bei der neuen Fabrik in Lengnau hatte die Gruppe den Innenausbau letzten Winter unterbrochen, wie diese Zeitung publik machte. Derzeit erfolgen weitere Planungs- und Bauarbeiten, damit die Belegschaft «so bald wie möglich» ins Verwaltungsgebäude einziehen kann.

Neue Stellen auch in Lengnau

Das Produktionsgebäude soll sogar um zwei zusätzliche Stockwerke erhöht werden, wie das Unternehmen einen Bericht der ­Zeitung «Schweiz am Wochen­ende» bestätigt. Die Einsprachefrist dagegen läuft noch bis nächsten Montag. Doch CSL Behring Lengnau betont, die Gebäudehöhe bleibe im Bereich der ­bereits bewilligten 30 Meter.

CSL Behring Lengnau beschäftigt schon 199 Mitarbeitende. Hinzu kommen 126 Externe, die für die Fertigstellung des neuen Werks tätig sind. Bis Juni 2019 sollen weitere rund 100 Mitarbeitende eingestellt werden. Der neue Standort wird damit wieangekündigt mindestens 300 neue Arbeitsplätze bieten. Die Gruppe bestätigt auch die Investitionssumme von 1 Milliarde Franken und das Ziel, ab 2021 hier Medikamente zu produzieren. Dies nicht auf Kosten des Standorts in Bern, sondern zusätzlich, betont Caloz. So geht auch im Wankdorf der Stellenaufbau weiter. Derzeit sind 78 Stellen unbesetzt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.08.2018, 07:37 Uhr

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