Coop und Migros buhlen um Autofahrer

Studen

Beim Anschluss zur Autostrasse T6 wollen Migros und Coop einen Steinwurf voneinander entfernt je eine Tankstelle mit Shop bauen. Die Gemeinde Studen ist alles andere als glücklich über diese Pläne.

Von der Autostrasse T6 gehts am ehemaligen Le Shop (grüne Schirme) vorbei zu einem Längsbau (markantes Satteldach). Hier plant Coop eine Tankstelle.

Von der Autostrasse T6 gehts am ehemaligen Le Shop (grüne Schirme) vorbei zu einem Längsbau (markantes Satteldach). Hier plant Coop eine Tankstelle.

(Bild: PD)

Simone Lippuner

Normalerweise freut sich eine Gemeinde, wenn Private auf ihrem Boden bauen und investieren. Nicht so in Studen, jedenfalls nicht in einer ganz konkreten Ecke: Auf dem Areal um den Anschluss zur Autostrasse T6 wollen gleich zwei Grossverteiler mit ihren Projekten auftrumpfen. Coop und Migros planen je eine Tankstelle mit Shop. Coop hat bereits eine Baubewilligung, bei der Migros ist das Verfahren noch beim Regierungsstatthalteramt hängig.

Die Gemeinde Studen hat sich gegen die Baupläne von Coop zu wehren versucht. Zum Schutz der Anwohner, sagte damals Gemeindepräsidentin Theres Lautenschlager, weil der Betrieb zu viel Verkehr und damit Unruhe ins Quartier bringe. Das Verwaltungsgericht erteilte den Behörden im letzten Dezember jedoch eine Abfuhr: Das Areal liege in einer gemischten Wohn- und Gewerbezone, argumentierte es, und Coop baue an einer Strasse, die heute schon rege befahren sei.

«Ich sehe den Sinn dieser weiteren Tankstellen und insbesondere der Shops nicht ein.»Theres Lautenschlager, Gemeindepräsidentin Studen

Theres Lautenschlager war und ist immer noch enttäuscht über diesen Entscheid. «Ich bin gar nicht glücklich und sehe den Sinn dieser weiteren Tankstellen und insbesondere der Shops nicht ein.» Studen verfüge über genügend Einkaufsmöglichkeiten. Doch nun gelte es den Entscheid zu akzeptieren, «wir haben keine Handhabe mehr».

Zwei Einsprachen

Aktuell gibt es auf dem Gelände eine Mini-Prix-Tankstelle, daneben befindet sich das Areal des ehemaligen Le Shop, des Drive-in der Migros, das vor zwei Jahren den Betrieb einstellte. Das Land gehört einem Privaten. «Die Migros hat nach wie vor Interesse an diesem Standort und prüft nun verschiedene Konzepte», sagt Mediensprecherin Alexandra Kunz. Weitere Fragen zu den Plänen beantwortet die Migros nicht.

Konkreter wird Studens Bauverwalter Roland Känel: Wo immer noch die giftgrünen Le-Shop-Pilze in die Höhe ragen, sollen eine Migrol-Tankstelle mit Shop, Autowaschplätzen, eine Waschstrasse sowie ein Staubsaugerbereich entstehen. «Es gab zwei Einsprachen von Anwohnern, dies wegen der Öffnungszeiten», so Känel. Die Verhandlungen seien abgeschlossen, die Bewilligung stehe noch aus.

Es passiert nichts

Auch Känel schüttelt den Kopf ob der Pläne: «Studen wird dann vier Tankstellen, drei Shops, einen Voi und ein Coop im Dorf haben.» Die Migros wartet auf die Baubewilligung, Coop hat diese, macht aber nichts. «Aktuell haben andere Bauprojekte höhere Priorität», sagt Eliane Stoller von der Coop Mineraloel AG. Der Baustart sei noch nicht definiert, ein Zeitplan noch offen. Einzig zu den Dimensionen des Projektes gibt Stoller Auskunft: Es entsteht eine Tankstelle mit drei Säulen und sechs Tankplätzen. Der Shop wird 120 Quadratmeter gross.

Dass Migros und Coop in unmittelbarer Nähe zueinander Tankstellen mit Shops betreiben, ist keine Seltenheit. Und in diesem Fall ist die Lage an der T6 in Studen aufgrund der Autopendler besonders attraktiv. Kurbelt die Konkurrenz das Geschäft an? Eliane Stoller sagt dazu: «Unser Baugesuch wurde im Februar 2014 eingereicht, somit Jahre vor dem Baugesuch der Migrol.»

Berner Zeitung

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