Zum Hauptinhalt springen

Christophorus auf dem Bahnhofplatz

Luginbühls Christophorus-Figur hinter der Heiliggeistkirche verkörperte bis 2007 die in Eisen geschweisste Geschichte zum Streit um den ersten Fussgängerstreifen über den Berner Bahnhofplatz.

Am 20. Dezember 1991 platzierte Bernhard Luginbühl seinen monumentalen Christophorus hinter der Heiliggeistkirche auf dem Berner Bahnhofplatz. Dort wachte er über den Zebrastreifen, der für die Fussgänger eine Furt durch den nicht abreissenden Autostrom bahnte. Das Ringen dafür dauerte jahrelang. 1985 brachte die Fasnachtszunft Bäretatze den Christoffel, der der Legende nach Leute über die reissenden Fluten trug, aus der Bahnhofunterführung ans Tageslicht: «D Outo sy obe, d Lüt gö unde. Wär het Euch de dä Bär ufbunde? Uf das hi schüttle-n-i mi Grind. Loset jitze – änderet das gschwind!», wetterte der übergrosse Heiligenkopf. Bis die Berner Mühlen gemahlt hatten, malten Bürgerliche Untergangsszenarien, und grüne Aktivisten klebten an einem Sonntag kurzerhand einen Streifen auf die Strasse. Am 13.November 1991 schliesslich wurde der von der Stadt, den SBB und der Post gemeinsam geplante Zebrastreifen Wirklichkeit.

Luginbühls verkehrspolitisches Mahnmal, das der Stadt Bern gehört, verschwand 2007 nach Mötschwil, wo es seit dem Umbau des Bahnhofplatzes zwischengelagert wird. Stadtpräsident Alexander Tschäppät kann sich aber gut vorstellen, «dass die Skulptur als Hommage an einen grossen Künstler in Bern wieder aufgestellt wird».

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.