Chlätterbär wird verkauft

Bern

Die Gewa kann sich den Betrieb des Chlätterbärs nicht mehr leisten. Die Stiftung verkauft den Spielzeugladen deshalb an die Spielwarenkette Spielkiste.

Die Stiftung Gewa kann sich den Betrieb des Berner Traditionsgeschäfts Chlätterbär nicht mehr leisten und verkauft den Spielzeugladen per September 2016 an die Spielwarenkette Spielkiste.

Die Stiftung Gewa kann sich den Betrieb des Berner Traditionsgeschäfts Chlätterbär nicht mehr leisten und verkauft den Spielzeugladen per September 2016 an die Spielwarenkette Spielkiste.

(Bild: Beat Mathys)

Christoph Albrecht

Auf dem Geschäftslogo macht der Chlätterbär den gleich fröhlichen Eindruck wie eh und je. Mit einer Hand winkend klettert er dort lässig ein Seil empor. In Wahrheit geht es im gleichnamigen Spielzeugladen aber seit einiger Zeit bergab. Die wachsende Konkurrenz aus dem Onlinemarkt, das immer grössere Spielzeugangebot in Buchhandlungen und der starke Franken haben dem Stadtberner Traditionsladen zugesetzt.

Seit die Nationalbank ihr Gebäude am Bundesplatz umbaut, beklagt der Laden in der Amtshausgasse wegen der angrenzenden Baustelle zudem weniger Laufkundschaft.«In den letzten Jahren haben all diese Faktoren zu grossen Umsatzeinbussen geführt», sagt David Scheidegger, Geschäftsleitungsmitglied der Gewa. Die Stiftung integriert benachteiligte Menschen ins Berufsleben und betreibt den Chlätterbär seit 15 Jahren.

Übernahme per September

Damit ist nun aber Schluss. Weil sich die Gewa den Betrieb des Chlätterbärs nicht mehr leisten kann, verkauft sie den Spielzeugladen per September 2016. «Die Abgabe des Ladens tut extrem weh», sagt Scheidegger. Die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen hätten der Stiftung aber fast keine andere Wahl gelassen. Übernehmen wird das Geschäft die Spielwarenkette Spielkiste. Das Familienunternehmen mit Sitz in Basel-Land betreibt derzeit schweizweit sieben Filialen, darunter auch eine in der Berner Innenstadt, eine im Einkaufscenter Westside sowie eine im Shoppyland.

15 Mitarbeiter waren bislang für den Chlätterbär tätig, vier von ihnen als Lernende im Rahmen des Integrationsprojekts. Letztere sollen ihre Lehrstelle auch unter den neuen Betreibern behalten können. Was mit den anderen passiert, ist noch offen. «Die Führung der Spielkiste wird im März mit allen Angestellten des Chlätterbärs individuell über eine mögliche Weiterführung des Arbeitsverhältnisses sprechen», sagt David Scheidegger. Wer nicht weiter beschäftigt werden könne, den wolle die Gewa dabei unterstützen, eine Anschlusslösung zu finden. Den Namen Chlätterbär wollen die neuen Ladenbetreiber beibehalten.

Chlätterbär-Sortiment bleibt

Gleich bleiben soll nebst dem Namen auch das Sortiment: «Spezielle Artikel des Chlätterbärs werden auch in Zukunft im Angebot stehen», sagt Patrick Lutz, Chef der Spielkiste Schweiz AG. Gewisse Veränderungen könne es zwar geben. «Der Plan ist aber, dass der Laden wie bisher weitergeführt wird.» Gut möglich sei sogar, dass typische Chlätterbär-Artikel künftig auch in den Regalen der Spielkiste-Filialen stehen werden.

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