Wangenthal

Bus kriegt die Kurve gerade noch

WangenthalKöniz wollte ihn, die Stadt stellte ihn infrage – trotzdem wird der Bus von Niederwangen nach Bern-Brünnen Ende Jahr wohl fahren. Bern hat aus Rücksicht auf die Nachbarn dem Versuch doch noch zugestimmt.

Der Bus kommt wohl doch noch zum Einsatz.

Der Bus kommt wohl doch noch zum Einsatz. Bild: Matthias Käser

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Die Sache schien klar zu sein. Ende Jahr wird die Buslinie, die Kleinwabern über Köniz mit Niederwangen verbindet, in zwei Äste aufgeteilt. Während der erste dem heutigen Kurs durch die Quartiere folgt, kürzt der zweite ein paar Schlaufen unterwegs ab und wird von Niederwangen bis Bern-Brünnen verlängert.

So sieht es das Konzept vor, das die Regionalkonferenz schon vor gut zwei Jahren erarbeitet hat. Es bringt Köniz und dem Wangental den Bus ins Einkaufszentrum Westside und erspart den Pendlern, die täglich aus Berns Westen zu den Bundesarbeitsplätzen in Köniz-Liebefeld unterwegs sind, die Fahrt über die Innenstadt. Das entlastet die dortigen Umsteigebahnhöfe.

Nur: Unvermittelt stellte Bern sein Ja zum vorerst drei­jährigen Versuchsbetrieb infrage. Schuld ist die Strasse, die von Niederwangen nach Brünnen führt. Sie ist schmal und holprig – und müsste für ein solches Projekt eigentlich vorgängig saniert werden. Doch Geld in eine für sie so periphere Verbindung stecken? Das wollte die Stadt nicht, wie der ­Könizer Gemeinderat Christian Burren (SVP) vor dem Ortsverein Thörishaus ausführte.

In dieser Situation habe er, so Burren weiter, das Gespräch mit seiner Berner Gemeinderatskollegin Ursula Wyss (SP) gesucht und sie am Ende doch noch vom Busversuch überzeugen können. Man sei übereingekommen, dass die Strasse für die drei Jahre im jetzigen Zustand belassen werden könne. Mit erhöhten Ausgaben für den Unterhalt müsse man aber rechnen.

Zugunsten der Nachbarn

In der städtischen Fachstelle für den öffentlichen Verkehr pflichtet Ueli Müller dem bei. Er weist darauf hin, dass die Strasse bereits mit einem Fahrverbot für Lastwagen belegt ist. Daher hätten anfänglich ernsthafte Zweifel bestanden, ob sie die drei Jahre Bus überhaupt «überleben könne».

Nach wie vor sei nicht auszuschliessen, dass die Belastung irgendwann zu gross werde und der Versuch «schlimmstenfalls abgebrochen werden» müsse. Sicher sei, dass eine definitive Einführung des Linienbetriebs umfassende Sanierungsarbeiten nach sich ziehen würde. Aller Voraussicht nach werde dafür sogar eine Volksabstimmung nötig sein.

Etwas streicht Müller hervor: Das Ja zum Versuch sei auch Ausdruck dafür, dass «die gutnachbarschaftlichen Beziehungen für die Stadt Bern eine sehr hohe Bedeutung» hätten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.03.2018, 08:22 Uhr

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