Bundeshaus Ost wird zur Baustelle

Bern

Für 70 Millionen Franken wird ab September das Ostgebäude des Bundeshauses saniert. Zwei Departemente ziehen an die Schwanengasse und die Bundesterrasse wird im Osten drei Jahre gesperrt sein.

Drei Gebäude zählt der Komplex Bundeshäuser: Das Parlamentsgebäude sowie das Bundeshaus West und das Bundeshaus Ost. Letzteres (rechts im Bild) wird nun für 70 Millionen Franken saniert.

Drei Gebäude zählt der Komplex Bundeshäuser: Das Parlamentsgebäude sowie das Bundeshaus West und das Bundeshaus Ost. Letzteres (rechts im Bild) wird nun für 70 Millionen Franken saniert.

(Bild: Dukas)

Wolf Röcken

Das Bundeshaus war in den letzten Jahren oft eine Baustelle – und so bleibt es auch. In wenigen Wochen beginnt der nächste Grossumbau. Ab September wird das Bundeshaus Ost während dreieinhalb Jahren komplett saniert. Laut dem Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) sind die Arbeiten Teil der «langfristigen Unterhaltsstrategie für die Bundeshäuser». Der Umbau Ost ist von der Grössenordnung her vergleichbar mit den Arbeiten am Haupthaus. Dieses war von 2005 bis 2008 saniert worden. Die Arbeiten kosteten letztlich 103 statt der budgetierten 83 Millionen Franken. Für den Umbau Ost, der dreieinhalb Jahre dauert, sind nun 70 Millionen Franken budgetiert.

Umgebaut wird im Gebäude zwischen dem Haupthaus mit der Kuppel und dem Hotel Bellevue einerseits im Innern. Laut BBL-Sprecher Jonas Spirig werden die Räume völlig neu aufgeteilt und die Haus- und Sicherheitstechnik saniert. Aber auch von aussen werden die Arbeiten zu sehen sein. Die Gebäudehülle wird zum Teil saniert und das Dach sowie das 4.Obergeschoss zum Teil erneuert.

Terrasse im Osten gesperrt

Der Bauplatz wird auf der Südseite installiert. Das bedeutet, dass die öffentliche Promenade auf der Bundesterrasse im Osten für Fussgänger gesperrt sein wird. Und zwar für die gesamte Baudauer von dreieinhalb Jahren, wie Spirig sagt. Die Fussgänger werden während der ganzen Zeit über die Kochergasse umgeleitet. Dort soll es keine Behinderungen geben.

Der Grossumbau ist mit dem benachbarten Hotel Bellevue Palace abgesprochen. «Das BBL hat uns ständig über die Arbeiten und mögliche Auswirkungen informiert», lobt Bellevue-Direktor Urs Bührer. Das Hotel erwarte keine betrieblichen Einschränkungen. Störend könnte der Baulärm sein. Aber auch hier habe das BBL alles unternommen, um diesen zu minimieren, sagt Bührer.

Neues, teures Untergeschoss

Mehr als ein Drittel der 70 Millionen Umbaukosten ist für ein neues Geschoss unter dem Bundeshaus Ost budgetiert. «Hier entsteht Platz für die modernisierte technische Infrastruktur», sagt Jonas Spirig vom BBL. Auch ein Rechenzentrum der Parlamentsdienste soll hier entstehen.

Letzteres war im Nationalrat umstritten. Eine Mehrheit bezweifelte die Notwendigkeit des Projekts und strich im letzten Herbst vorerst den ganzen Umbaukredit für das Bundeshaus Ost. Aufgrund einer Machbarkeitsstudie stimmte der Ständerat dem Umbau mit Untergeschoss aber zu, anschliessend auch der Nationalrat.

Ueli Maurer schon gezügelt

Betroffen vom Umbau sind neben einigen Parlamentsdiensten das Volkswirtschaftsdepartement (EVD) und das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS). Die Departementsvorsteher Ueli Maurer und Johann Schneider-Ammann haben ihre Büros vor einigen Tagen geräumt und ihre temporären Arbeitsplätze an der Schwanengasse bezogen. Die Züglete dauert noch bis August. Im Haus an der Schwanengasse bringt das BBL jeweils Abteilungen unter, wenn ihre Stammhäuser umgebaut werden.

Die Sanierung Bundeshaus Ost ist ein vorerst letztes Stück in einer Reihe von Bundeshausumbauten: Ende 2008 endete die Sanierung des Hauptgebäudes. Zwischen 2005 und 2008 war das Bundeshaus West für gut 23 Millionen Franken saniert worden und im Sommer 2011 der Stände-ratssaal (Kostenpunkt: 6,4 Millionen Franken).

Berner Zeitung

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