Bund legt Gesuch für neue Belp-Südanflüge öffentlich auf

Das Gesuch des Flughafens Bern-Belp für die Einführung eines satellitengestützten Anflugverfahrens aus Süden liegt ab kommenden Montag öffentlich aus. Damit soll dicht besiedeltes Gebiet von Anflügen entlastet werden.

Der Flughafen Bern-Belp soll künftig vermehrt von Süden angeflogen werden. Das Gesuch dafür liegt ab Montag (13. Januar 2014) öffentlich aus.

Der Flughafen Bern-Belp soll künftig vermehrt von Süden angeflogen werden. Das Gesuch dafür liegt ab Montag (13. Januar 2014) öffentlich aus.

(Bild: Urs Baumann)

Am kommenden Montag legt das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) das Gesuch des Flughafens Bern-Belp für die Einführung eines satellitengestützten Anflugverfahrens aus Süden öffentlich auf. Einen Monat lang wird das Gesuch in Belp, Münsingen und Bern einzusehen sein. Die Einsprachefrist läuft bis 11. Februar.

Das satellitengestützte Anflugverfahren erlaubt es den Piloten laut einer Mitteilung des Bazl vom Donnerstag, im Landeanflug eine flexiblere Routenwahl zu treffen. Auf diese Weise könnten dicht besiedelte Gegenden besser umflogen werden. Zudem sei das Verfahren im Vergleich mit dem jetzigen Südanflug auf die Start- und Landepiste im Belpmoos «sicherer und robuster».

30 bis 35 Meter hohe Masten auf dem Belpberg

Die Flughafenbetreiberin Alpar AG will im Zusammenhang mit diesem neuen Anflugverfahren auch mehrere neue Scheinwerferanlagen zur Signalisierung der Piste und zur Markierung des Belpbergs installieren. Das geht aus der neusten Ausgabe des Amtsblatts des Kantons Bern hervor. Auf den Hängen des Belpbergs sollen zu diesem Zweck zwei 30 bis 35 Meter hohe Masten erstellt werden. Dafür sind Rodungs- und Wiederaufforstungsarbeiten nötig.

Auf den Gemeindeverwaltungen von Belp und Münsingen und auf dem Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons in Bern können Interessierte auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung zum neuen Anflugverfahren einsehen.

Alpar äussert sich erst am Dienstag

Dass die Alpar AG Flugzeuge vermehrt von Süden her das Belpmoos anfliegen lassen will, ist nichts Neues. Schon im vergangenen Sommer gab dies die Berner Flughafenbetreiberin im Zusammenhang mit der Genehmigung des revidierten Objektblatts für den Berner Regionalflughafen bekannt.

Das Bazl hat das Projekt laut seiner Mitteilung bereits vorgeprüft. Es schreibt, das neue Anflugverfahren werde es erlauben, lärmsensible Gebiete wie die Stadt Bern und die Gemeinde Muri zu entlasten, ohne dass im Raum Emmental/Berner Oberland die Belastung signifikant zunehme. Die Alpar schrieb im Sommer, mit dem neuen Verfahren könnten die Anflüge «besser auf Nord- und Südanflüge verteilt werden.»

Das neue Verfahren löst allerdings bei vielen Mitbenutzern des Luftraums Sorgen aus. Nicht nur Privatpiloten fürchten Einschränkungen, sondern auch Deltasegler und Segelflugpiloten. «Wir sind enttäuscht, dass wir nicht schon von Anfang an in das Verfahren einbezogen wurden», sagt etwa Christian Boppart, Geschäftsführer des Schweizerischen Hängegleiterverbands.

Stadt Bern begrüsst Südanflüge

Die Alpar AG wollte sich dazu am Donnerstag auf Anfrage nicht äussern. Sie will am Dienstag den Medienschaffenden an einer Orientierungsveranstaltung ihre Pläne erläutern. Dazu eingeladen sind auch die Präsidenten der betroffenen Gemeinden zwischen Thun und Bern.

Die Stadt Bern begrüsste in einer Mitteilung vom Donnerstag das neue Anflugverfahren. Damit würden die Risiken des Überflugs über dicht besiedeltes Gebiet verkleinert und weniger Personen mit Lärm belastet. In der Mitteilung heisst es auch, der Flughafen sei für die Stadt Bern und für die Hauptstadtregion wichtig.

Auch 4. Ausbauetappe ist bereit

Das Bazl wird Ende Januar ein zweites Gesuch der Alpar AG öffentlich auflegen. Es geht um die sogenannte 4. Ausbauetappe des Flughafens Bern-Belp. Die Alpar will neue Flugzeug-Abstellflächen südlich der Piste bauen und einen neuen Rollweg.

tag/sda

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