Bund baut für 1200 Angestellte

Zollikofen

Im Gebiet Meiele will der Bund ein Verwaltungsgebäude für 1200 Mitarbeiter bauen. Die Behörden hoffen, dass ein Teil der Angestellten in Zollikofen ansässig wird. Bis es so weit ist, seien neue Wohnungen gebaut, sagt Gemeindepräsident Daniel Bichsel.

Weiterer Standort des Bundesamtes für Informatik: Vor dem Neubau von 2013 (Mitte) entsteht ein zweites, noch grösseres Gebäude.

Weiterer Standort des Bundesamtes für Informatik: Vor dem Neubau von 2013 (Mitte) entsteht ein zweites, noch grösseres Gebäude.

(Bild: Stefan Anderegg)

In wenigen Jahren werden in Zollikofen gegen 2000 Angestellte des Bundes arbeiten. In der Meiele südlich des Bahnhofs siedelt sich die Verwaltung des Bundesamtes für Informatik und Telekommunikation (BIT) an. Bereits seit dem Herbst 2013 steht dort ein Neubau, in dem 700 Mitarbeiter des BIT tätig sind.

Nun sind die Vorarbeiten für die zweite Etappe angelaufen: Auf dem Gelände neben dem bestehenden BIT-Standort entsteht ein Gebäude für knapp 1200 Mitarbeitende. Das sind immerhin 20 Prozent der heutigen Zollikofer Arbeitsplätze.Die Federführung fürs Projekt hat das Bundesamt für Bauten und Logistik. Gegenwärtig läuft der Wettbewerb zur Auswahl der Generalunternehmung. Fünf Teams wurden ausgewählt, die ihre Kandidatur bis Ende September einreichen. Nächstes Jahr beginnt die Planung, voraussichtlich Anfang 2021 soll der Bau bezogen werden.

Hoffen auf Zuzüger

Das neue Gebäude des Bundes beschert Zollikofen zwar Arbeitsplätze, Einnahmen hingegen werden nicht in die Gemeindekasse fliessen, weil Bundesbetriebe keine Steuern bezahlen. «Es entstehen uns aber auch keine Kosten», sagt Gemeindepräsident Daniel Bichsel (SVP). Er verspricht sich jedoch «indirekten Nutzen»: «Wir hoffen, dass sich Angestellte des Bundes in Zollikofen niederlassen und dann Steuern zahlen.» Die Erfahrung zeige, dass nur ein Teil der Beschäftigten ansässig werde. Die Chancen stünden aber gut, weil dann neue Wohnquartiere bereit seien.

Wohnungsbau läuft an

Gebaut werden soll in Zollikofen zum Beispiel in den Gebieten Schäferei und Lättere, die beide nur rund einen Kilometer Luft­linie vom Areal Meiele entfernt liegen. Am weitesten gediehen ist das Projekt Lättere, wo 130 Wohnungen für 200 bis 300 Leute entstehen. Die Überbauungsordnung fürs Areal ist im März 2016 genehmigt worden.

Mehr Verkehr

In nächster Zeit sollen zudem Wohnungen auf dem Land der ehemaligen Gärtnerei Scherzinger entstehen. Und neuer Wohnraum ist im Gebäude des heutigen Betagtenheims geplant, das bald leer stehen wird. Noch sind all diese Projekte zwar nicht baureif, in wenigen Jahren dürften die meisten jedoch realisiert sein. Wohnungsbau ist in Zollikofen Teil der Strategie, mit der eines der Ziele der laufenden Ortsplanungsrevision erreicht werden kann: Bis 2040 soll die Bevöl­kerungszahl von 10 400 Einwohnern um 800 Personen steigen. Die neuen Arbeitsplätze des Bundes werden Zollikofens Verkehrsinfrastruktur belasten. Zu den Stosszeiten wird der Verkehr auf den Strassen zunehmen, und die Züge werden mehr Pendler transportieren müssen. Besorgt darüber ist Daniel Bichsel nicht: «Modellrechnungen zeigen, dass dies bewältigt werden kann.»

Damit spricht Bichsel auch die Parkplätze an. Insgesamt muss der Bund für seine Angestellten nur 300 Plätze anbieten. Der Druck rund ums Bahnhofsgebiet könne daher zunehmen, ist sich Bichsel bewusst. Aber: «Gestützt auf den Richtplan Verkehr werden wir prüfen, wo zusätzliche Massnahmen nötig sind, damit wir die Situation entschärfen können.»

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt